elend /Adj./
1. jämmerlich
a) bedrückt durch Leid, Kummer, Unglück: ein e. Dasein, Schicksal; er ist in einer e. Lage; e. zugrunde gehen, umkommen; jmdn. e. zugrunde richten; du wirst es nicht sein, der mich noch elender machen will Storm 3,278 (Aquis submersus) so ging er mit an Land und duldete, was ihn elend machte, den Anblick dieses heißen nackten Lebens I. Seidel Labyrinth 139
b) arm, ärmlich: in dieser e. Hütte, Kate, Dachkammer; e. Baracken; ein e. kleines Nest; er lebte in e. Verhältnissen; e. Schuhwerk; Man wird ihn … mit einem elenden Ruhegehalt in Pension schicken Werfel Bernadette 244 trotz dieser elenden Versorgung wurde jede Forderung auf Erhöhung der Sozialrente … bekämpft Thälm. Reden 1,542
c) krank, leidend: er sieht e. aus; sie fühlte sich (tief) e.; ihm wurde immer elender (im Magen); mir ist e.; e. dahinsiechen; sie war in einem e. Zustande; ihr e. Gesicht; er starb eines e. (schrecklichen) Todes
d) abwertend minderwertig: ein e. Stümper, Lügner, Verräter; so ein e. Kerl!; der Freiheit der heiligen Kirche widerstehend, gleich den elenden Capitanen Romas Le Fort Papst 22; irgendein Elender setzte in diesem Augenblick seine Koffer auf Klausens Schuh Kluge Kortüm 81; ein e. Machwerk; das e. Pflaster; Die Luft war schlecht, verbraucht, eine elende Grubenluft Kellerm. Tunnel 143; diese elenden Schräubchen können das Regal nicht halten;
2. salopp übertrieben sehr: es ist heute e. heiß, kalt; ein e. langer Weg, e. scharfer Wind; das schmeckt e. gut; er hat auch dafür e. bezahlen müssen; damit ist sie e. hereingefallen; er muß sich e. anstrengen; sehr groß: ich habe einen e. Hunger; er ist ein e. Schinder; dieser e. Schlendrian!;

Elend, das; -(e)s, /ohne Pl./
1. Leid, Kummer, Unglück: sein E. schildern, zu vergessen suchen; er war selbst an seinem E. schuld; jmdn. ins E. stürzen; ihr Elend am Halse des einzigen auszuweinen, der ihr zu Trost und Hilfe verpflichtet war H. Kurz Sonnenwirt 253; Ich bettle ja nicht um ein Glück, ich bettle um mein Elend, um mein tiefstes Elend Hebbel Maria Magdalene II 6; Habt Mitleid, / Gestrenger Herr, mit unserm großen Elend Schiller Tell IV 3; umg. scherzh. das heulende, graue E. kriegen (sich tief unglücklich fühlen, zeigen) salopp scherzh. ein Häufchen E. (ein elender, bedrückter Mensch) daher saß sie jetzt wie ein Bündel Elend da A. Zweig Junge Frau 150; salopp /drückt große Unzufriedenheit aus/ es ist ein E. mit ihm, damit
2. Armut, Not: das E. der Massen; das E. zu lindern suchen; angesichts des Elends der Eingeborenen; die Mehrzahl der Bevölkerung des reichen Landes lebte kärglich, ja im Elend Feuchtw. Narrenweisheit 268 sie war in bitterem E. aufgewachsen; das nackte, drückende, bitterste E.; die einen sinken von Stufe zu Stufe und enden im äußersten Elend Musil Mann 1512

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