erst /Adv./
I.
1. /bezeichnet in der zeitlichen Abfolge das, was am Anfang steht/ zuerst: e. war er im Kino, danach zu Hause; e. wollen wir mal essen; e. überlegen, dann reden; e. kommen die anderen, dann wir; umg. e. so, dann so; salopp e. abwarten, dann Tee trinken (Geduld haben)
2. /gibt an, daß etw. nicht, wie erwartet, vor dem im Satz genannten Zeitpunkt liegt/ nicht eher als: um zehn Uhr bin ich e. aufgestanden; er will e. morgen kommen; er ist e. heute morgen abgefahren; wir reisen e. übermorgen; e. später erfuhren wir von seinem Unglück; ich habe es nicht gestern, sondern eben e. gehört; wir bemerkten ihn e., als er uns ansprach; /gibt an, daß etw. nicht, wie erwartet, über einer im Satz genannten Größe liegt/ nicht mehr als: wir sind e. fünf Kilometer gegangen; er hat e. die Hälfte des Weges zurückgelegt; er hat e. halb soviel geleistet wie sein Bruder; er ist e. zwanzig Jahre alt (ist nicht älter als zwanzig) ich bin beim Lesen e. (nicht weiter als) auf der dritten Seite es ist e. (nicht später als) fünf Uhr
3. /bezeichnet einen zurückliegenden Zeitpunkt/ meckl. umg. vorhin: er ist heute zu Hause, ich war e. schon einmal bei ihm; e., als ich auf dem Bahnhof war, wurde ich Zeuge eines Verkehrsunfalls;
II. /partikelhaft, ohne eigentliche Bedeutung; unbetont/
1. /weist auf Zukünftiges hin/ sei du e. mal so alt wie wir; der muß e. noch geboren werden, der dir das glaubt; /in Wunschsätzen/ wäre ich e. (nur schon) fort! hätte ich e. einen Fernsehapparat!
2. /modal; bezeichnet eine Hervorhebung, Steigerung/ er ist sehr hochmütig, und e. seine Frau!; er ist schon erbittert, wie wird er e. toben, wenn er erfährt …; wie muß es dort e. aussehen!; Und erst die Schlafzimmer! Zwei mörderische Bettgestelle, überladen mit zementgrauem Bettzeug M. Walser Halbzeit 395; jetzt tue ich es e. recht!;

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