friedlich /Adj./
1. dem Frieden dienend, unkriegerisch: eine f. Gesinnung, Nation; die f. Aufbauarbeit, Atomforschung; die f. Entwicklung Deutschlands; die f. Koexistenz zweier Staaten; die f. Lösung eines internationalen Konflikts; d. Ergebnis, Schutz unserer f. Arbeit; die f. Anwendung, Nutzung der Atomenergie; es sind f. Zeiten; einen f. Weg einschlagen; die Atomkraft f. Zwecken dienstbar machen; einen diplomatischen Zwischenfall auf f. Wege beilegen; in einem Kriegsgebiet gelten für eine Autofahrt ganz andere Vorschriften als … bei friedlichem Verkehr Seghers 6,220 (Die Toten) ; die Zukunft der Welt mit f. Mitteln regeln; f. gesinnt sein; ohne Anwendung gewaltsamer Mittel: eine f. Demonstration; einem f. Erwerb nachgehen; wir haben im Geschäftsleben für gewöhnlich andere, friedliche Methoden Brecht Dreigroschenroman 373; im f. Wettstreit seine Kräfte messen; ohne Zank: f. Worte, Reden; sie … fing einen friedlichen Plausch mit ihr an Böll Haus 101; eine f. Unterhaltung führen; einen Streit f. schlichten, beilegen; umg. sei, bleibe doch f. (beruhige dich doch, rege dich doch nicht auf)! einträchtig: ein f. Zusammenleben; eine f. Zusammenarbeit; f. miteinander schaffen; daß 1848 im böhmischen Nationalausschuß Tschechen und Deutsche friedlich und freundschaftlich nebeneinandersaßen Weiskopf 8,323
2. von Frieden erfüllt, ruhig, still: ein f. Mensch, Gesicht, Anblick, Morgen, Tal; eine f. Seele, Atmosphäre, Stille, Gegend; die Geborgenheit seines f. Heimes; der schweigende Wald bietet ein Bild f. Ruhe; ein f. Wesen haben; das Ganze [die Landschaft] hatte einen friedlichen Charakter Goethe 6,434 (Wahlverwandtsch.) ; sie lebten f. dahin; f. aussehen, schlafen; leise kichernd, entschlummerte der alte Mann friedlich A. Zweig Grischa 112; verhüll. f. einschlafen, hinüberschlummern (in Frieden sterben) geruhsam: das Wild äst f.; wir lagen f. am Strand; die Frau dort hängt so friedlich Wäsche auf I. Seidel Labyrinth 336

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