Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 3. Band, 1969

gönnen, Vb.

gönnen /Vb./
1. jmdm. etw. wohlwollend, neidlos zugestehen, ohne Mißvergnügen den Vorteil eines anderen mit ansehen: ich gönne ihr d. Vergnügen, Erholung, Reise, Freude, Glück; dieser Erfolg ist ihr wirklich zu g.; umg. dem anderen das Brot nicht g.; salopp sie gönnt ihr nicht die Luft, nicht das Schwarze unterm Nagel (ist stets neidisch auf sie) Niemand gönnte diese beiden Menschen einander Hesse 5,41 (Narziß)
2. jmdm., sich etw. zukommen lassen, leisten: gönne dir doch ein paar Tage Ruhe! sie gönnt sich /Dat./ Tag und Nacht keine Pause; Sich selbst gönnte der Bauer jetzt auch wieder Schlaf und Nahrung Polenz 1,169 (Büttnerbauer) ; er hatte sich /Dat./ ein Fläschchen Wein, einen kurzen Urlaub gegönnt; Man muß sich auch etwas gönnen Dürrenmatt Besuch II; sie gönnt sich /Dat./ nichts; sie gönnte ihm keinen Blick (beachtete ihn nicht), kein Wort (sprach nicht mit ihm) gönnt mir ein geneigtes Ohr (hört mich gnädig an) E. T. A. Hoffm. 3,215 (Serapionsbrüder)

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Zitationshilfe
„gönnen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/gönnen>, abgerufen am 25.11.2020.

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