gießen, goß, hat gegossen
1. eine Flüssigkeit durch Neigen des Gefäßes auf, in, über etw. ausfließen lassen
a) Wasser auf die Blumen, die Medizin auf einen Löffel g.; Wein aus der Karaffe ins Glas, den Kaffee in die Tasse g.; vorsichtig goß sie den Teig in die Pfanne; Einige Matrosen liefen mit Eimern, um Wasser in die Pumpen zu gießen Jahnn Holzschiff 241; das Kind hatte sich Dat.Tinte über das Heft gegossen; salopp sich Dat.etw. in die Gurgel g.; Die [ein Mann und eine Frau] gossen sich Bier aus Seideln in den Hals Döblin Alexanderpl. 9; du hast den Becher zu voll gegossen; /bildl./ dicht. Die Morgensonne goß ihr strahlendes Gold in die kleine Kabine Turek Wende 222; der Vollmond goß sein Licht in das Fenster; salopp einen hinter die Binde, auf die Lampe g. (ein Glas Bier, Schnaps trinken) umg. Öl ins Feuer g. (eine Erregung noch mehr steigern) Öl auf die Wogen g. (jmdn., etw. beruhigen) er hatte ihr Wasser in den Wein gegossen (hatte ihre Begeisterung, ihre Erwartungen gedämpft)
b) etw. mit Wasser tränken, begießen: ein Beet, d. Pflanzen, Blumen g.; im Garten g.; es hat nicht geregnet, deshalb muß ich heute noch g.;
2. umg. es gießt es regnet stark: gestern hat es gegossen; es gießt in Strömen; salopp es gießt wie mit, wie aus Kübeln, Kannen, Eimern
3. eine flüssiggemachte Masse in eine Form fließen lassen: Kupfer, Silber g.; das Gießen von Eisen ist eine Kunst, die schon sehr alt ist; etw. dadurch herstellen, daß man eine flüssiggemachte Masse in eine Form fließen läßt: Kugeln aus Blei g.; e. Medaillon, Leuchter in Bronze g.; etw. in Wachs, Gips, Bronze, Erz g.; ein Standbild, Glocken, Kanonen, Geschütze, Lettern, Kerzen g.; gegossene und geprägte Medaillen; er saß wie aus Erz gegossen auf seinem Pferd; Volksk. Blei g. flüssiges Blei in Wasser fallen lassen, so daß bizarre Formen entstehen, die als Orakel gedeutet werden: die Kinder gossen am Silvesterabend Blei; /übertr./ geh. etw. in Verse g.; das Kunstwerk sollte umgearbeitet und in eine andere Form gegossen werden

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