Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 3. Band, 1969

gründen

gründen, gründete, hat gegründet
1. die Grundlage von etw. schaffen
a) das Fundament von etw. legen: ein Dorf, die Siedlung, Stadt g.; der Ort wurde um 1200 gegründet;
b) etw. ins Leben rufen: e. Hausstand, Heim, Familie g.; e. Orden, Verein, Unternehmen g.;
2. etw. auf eine Sache, auf einer Sache g. etw. auf etw. aufbauen: Seine Festigkeit gründete er nicht auf die Amtsehre, sondern auf das Pflichtgefühl G. Keller 4,334 (Gr. Heinrich) ; Der Bischof leugnet den hohen Wert dieser Phänomene nicht, will aber seine Erkenntnis nicht allein auf sie gründen Werfel Bernadette 467; Die Monarchie … ist gegründet auf der Frömmigkeit J. Roth Radetzkymarsch 192; aber seine Erinnerung an ähnliche Erlebnisse war schärfer und gepflegter, sein Vertrauen gegründeter Hesse 6,577 (Glasperlensp.) ; sich auf etw. g.: darauf gründet sich seine Zuversicht, g. sich seine Ansprüche, Forderungen, Hoffnungen; der Verdacht gründet sich auf belastende Aussagen; Denn gründen alle [Religionen] sich nicht auf Geschichte? Lessing Nathan III 7; Neubedeut. auf, in etw. g. in etw. seine Grundlage haben: Die tiefe Ehrfurcht vor der Sprache … gründet auf der kernfesten Glaubensüberzeugung des Verfassers Mutterspr. 1956; Die eine Versuchung gründet in der Begegnung mit der Natur, der großen Trösterin und Heilerin Wirk. Wort 1954/55

Im WDG stöbern

a b c d e f g h i j
k l m n o p q r s t
u v w x y z - ' & µ
Grundfläche
Zitationshilfe
„gründen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/gründen>, abgerufen am 27.11.2020.

Weitere Informationen zum Zitieren …


Weitere Informationen zum Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)