Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 3. Band, 1969

hüten

hüten, hütete, hat gehütet
1. etw., jmdn. beaufsichtigen, bewachen
a) etw., jmdn. gewissenhaft, eifersüchtig, vorsorglich, geh. wie seinen Augapfel⌝ h.; die Tür, einen Schatz h.; die Kinder h.; wie sehr werden wir einander hüten H. Mann 8,207; er hatte den Nachlaß des Dichters sorgfältig gehütet; bäurische Vestalinnen … hüteten ein heiliges Feuer Lernet-Holenia Maltravers 97 d. Gesetze, Ehre, Recht, ein Geheimnis h. (schützen) /bildl./ seine Zunge, Lippen h. (keine unbedachten Äußerungen tun)
b) das Vieh h. das Vieh unter Aufsicht weiden lassen: Gänse, Ziegen, Kühe h.; /übertr./ salopp derb mit jmdm. Schweine gehütet haben mit jmdm. auf sehr vertrautem Fuße stehen: haben wir eigentlich schon einmal zusammen Schweine gehütet? Carossa Kindheit 155
2. das Bett, Haus h. im Bett, zu Hause bleiben: der Kranke hatte mehrere Tage lang das Bett gehütet; die alte Frau muß seit Wochen das Haus h.; Anna hatte während des Winters streng das Zimmer hüten müssen G. Keller 4, 416 (Gr. Heinrich)
3. sich vor etw., jmdm. h. sich vor etw., jmdm. in acht nehmen: er hütet sich vor seinen Gegnern; vor Aufregungen, Anstrengungen, Erkältung muß sie sich h.; hüte dich!; sich h., etw. zu tun etw. vermeiden, etw. mit Bedacht nicht tun, einer Unannehmlichkeit aus dem Weg gehen: ich habe mich (wohl) gehütet, ihm davon zu erzählen; sie hüteten sich sorgfältig, einen Verdacht zu äußern G. Keller 4,123 (Gr. Heinrich) ; /als verneinende Antwort/ umg. kommst du mit? Ich werde mich h. (keinesfalls)!
Zitationshilfe
„hüten“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/hüten>, abgerufen am 27.07.2021.

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