Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 3. Band, 1969

hinziehen, Vb.

-ziehen /Vb./
1. geh. an einen bestimmten Ort, in eine bestimmte Richtung ziehen, gehen: Lasset mich heute noch hinziehen [in die Wildnis]! Rosegger 1,46 (Waldschulmeister)
2. dahinziehen, sich einherbewegen: Vogelschwärme, Wolken ziehen am Himmel hin;
3. etw. zieht jmdn. zu jmdm., etw. hin jmd. wird durch etw. von jmdm., etw. angezogen: es zog ihn unwiderstehlich zu ihr hin; es zieht uns immer wieder, mit Gewalt zum Gebirge, nach dem Süden hin; tatsächlich gibt es Frauen, die nichts zu ihren Kindern hinzieht Gesundheit 1965; sich zu jmdm., etw. hingezogen fühlen: sie fühlte sich zu dem Fremden hingezogen; zu dieser Art von Musik fühlt er sich stark hingezogen;
4. sich h. sich über eine längere Zeit erstrecken: diese Verhandlungen, Gespräche ziehen sich schon lange, über Wochen hin; der Prozeß hat sich über Jahre hingezogen; die Reparatur zog sich bis zum Abend hin; Ich hatte Leute zum Tee; das hat sich hingezogen Th. Mann 9,301
5. etw. verzögern, aufschieben: diese Sache, der Prozeß wurde immer wieder hingezogen; Vielleicht gelingt es mir, den Abmarsch bis zum Mittag-Alarm hinzuziehen Apitz Nackt unter Wölfen 489
6. sich h. sich langhin erstrecken: über die Höhen, auf dem Kamm zieht sich ein idyllischer Pfad hin; vor den Fenstern zieht sich eine Holzgalerie hin;

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Zitationshilfe
„hinziehen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/hinziehen>, abgerufen am 14.07.2020.

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