Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 3. Band, 1969

immerhin, Adv.

-̣hin, -hịn /Adv./
1. /mit konzessivem Sinn in einem Aussagesatz/
a) /weist auf Tatsachen hin, die ungeachtet des vorher Erwähnten bestehen/ dessen ungeachtet, freilich, allerdings: es besteht wenig Aussicht auf Erfolg, aber versuchen würde ich es i.; unsere Pläne sind realistisch, doch sollten wir i. mit unvorhergesehenen Verzögerungen rechnen; man ist nicht engherzig, aber immerhin, der Ruf der Familie Weiskopf 1,500 (Abschied v. Frieden)
b) /weist auf Tatsachen hin, die in Anbetracht der Umstände dennoch beachtenswert sind/ wenigstens, jedenfalls: zwar fehlte der Sonnenschein, doch hat es i. nicht geregnet; Die Hütte erreichten sie nie, wohl aber endlich einen Stadel … Es war immerhin eine Unterkunft Kolb Schaukel 182; Der Alte hatte so gut wie gar nichts geredet, der Jüngere aber nannte immerhin seinen Namen Eisenreich Urgroßvater 44; es ist jetzt acht Uhr, da haben wir i. noch zwei Stunden Zeit; es ist zwar wenig, aber i.! (besser als nichts) Sieben Treffer auf zehn Schläge, immerhin Frisch Gantenbein 122; er lebt seit Jahren von bescheidenen Honoraren, nicht großartig, aber i.; bevor er abreiste, hätte er sich i. verabschieden können;
c) /erläuternd oder erinnernd/ schließlich, jedenfalls: schimpf nicht auf ihn, er hat dir i. oft beigestanden; Siegfried ist immerhin dein Bruder Schallück Reineke 153; strengen wir uns an, es steht i. einiges auf dem Spiel; Meine Eltern mache ich nicht verantwortlich. Immerhin mußten sie auf das Schlimmste gefaßt sein Wedekind Frühlings Erwachen II 7; seit seinem [Hitlers] Einzug / in Paris sind immerhin zwei volle Jahre – / Kriegsjahre – vergangen Hochhuth Stellvertreter II
2. /im konjunktionslosen Konzessivsatz/ auch: Mögen die einzelnen Werke immerhin Fragmente bleiben, wenn sie nur in ihrer Vereinigung ein Ganzes bilden Heine 3,75 (Harzreise) ; Mochten immerhin meine Fibern noch beben, meine Pulse bewegt und unregelmäßig schlagen, so war mein Geist … doch vollkommen ruhig Th. Mann 8,361 (Krull) ;

WDG, 3. Band, 1969

immerhin

immerhin
s. immer- Immer-

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„immerhin“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/immerhin>, abgerufen am 30.09.2020.

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