Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 3. Band, 1969

in, Präp. mit Dat. u. Akk.

in /Präp. mit Dat. u. Akk.,
vgl. im ins /
I. /räuml./
1. /mit Dat.; dient der Angabe eines Bereiches, innerhalb dessen etw. vor sich geht, etw., jmd. sich befindet/ in einer Stadt, in der Sowjetunion, in einer schönen Gegend wohnen; im Bett liegen; in der Ecke stehen; im Theater, Museum sein; sich in der Küche aufhalten; im Zentrum der Stadt arbeiten; sie mußte in der Straßenbahn stehen; das steht in diesem Buch; er ist in der Schule (hat Unterricht) etw. in seinem tiefsten Innern, im Herzen aufbewahren, verschließen; in (der) Mathematik ist er schlecht, aber in Deutsch ist er Klassenbester; papierdt. in der Anlage (anliegend) erhalten Sie Ihre Unterlagen zurück
2. /mit Akk.; dient der Angabe eines Zieles, in das eine Bewegung hineinführt/ in eine Stadt, in die Niederlande, ins Ausland reisen; etw. in die Ecke stellen; ins Theater, in die Bibliothek gehen; in die Straßenbahn steigen; eine Widmung in ein Buch schreiben; in eine Organisation eintreten; sie ist ins Bett gegangen; er geht (noch, schon) in die Schule (ist Schüler) jmdn. in ein Amt wählen; in den Urlaub fahren; die Bäume wachsen zusehends in die Höhe; /in bildl. Wendungen/ in die Zukunft blicken; er ist in Wut, Verlegenheit gekommen; sie hat ihn ins Verderben geführt; die Ausgaben gehen in die Hunderte, Tausende
3. /in räuml. übertr. Wendungen/
a) /mit Dat.; in fester Abhängigkeit von Verben/ in etw. gut Bescheid wissen; sich in bloßen Vermutungen ergehen; das lag in folgender Tatsache begründet; er gab in keinem Punkt nach; er unterrichtet in (dem Fach) Deutsch; /von Adjektiven/ bewandert, erfahren, geschickt, gewandt, tüchtig, nachlässig in vielen Dingen sein; /von Substantiven/ Helfer in Steuersachen; Lehrer, Fachmann, Spezialist in Mathematik; eine gute Note, Zensur in Russisch haben; /in festen Verbindungen/ etw. im Auge haben, behalten; im Gelde schwimmen; jmdn., etw. in der Hand haben; umg. sich in den Haaren liegen; salopp einen in der Krone haben; in aller Munde sein; fest im Sattel sitzen; etw. in der Schwebe lassen; im Spiele sein; jmdm. im Wege stehen; jmd., etw. hat es in sich /der Ton liegt auf in /
b) /mit Akk./ sich in jmdn. versetzen, hineindenken; er hat sich in diesen Zustand hineingesteigert; in eine Aufgabe vertieft sein; verbohrt in seine Meinung, eine Ansicht sein; /in festen Verbindungen/ umg. jmdn. ins Bockshorn jagen; jmdn. in Grund und Boden verdammen; salopp jmdm. in den Kram pfuschen; etw. in die Länge ziehen; sich, etw. ins rechte Licht setzen, rücken; jmdm. etw. in den Mund legen; jmd. geht in sich /der Ton liegt auf in /; etw. in den Schmutz ziehen; etw. in den Wind schlagen; in alle (vier) Winde verstreut sein; jmdm. Sand in die Augen streuen, umg. einen Floh ins Ohr setzen
II. /zeitl./
1. /mit Dat.; dient der Angabe einer Zeit
a) innerhalb derer (irgendwann) etw. vor sich geht, ist/ es geschah im Jahre 1960; im letzten Jahr, Sommer hat es viel geregnet; in den Weihnachtsfeiertagen wird er mich besuchen; mitten in der Nacht wachte ich auf; in der Nacht (nachts) ist wenig Verkehr auf den Straßen er las das Buch in 3 Stunden; im Augenblick kann ich darauf keine Antwort geben; er mußte in aller Frühe aufstehen; im Anfang war die Tat Goethe Faust I 1237; schon in seiner Kindheit, in der Jugend, im hohen Alter litt er an Schlaflosigkeit; er wollte im Laufe des Abends anrufen; in Freud und Leid zusammenstehen; im Krieg (während des Krieges) gab es Lebensmittelkarten das sagte er mir im Vorübergehen (als er vorüberging)
b) nach deren Verlauf etw. vor sich geht, ist; weist von der Gegenwart in die Zukunft/ in drei Jahren wird er zurückkehren; in einer Stunde wollen wir essen; das Vergnügen findet heute in acht Tagen, in ein paar Wochen statt; der Zug wird in ein paar Minuten eintreffen; das Buch soll in Kürze (bald) erscheinen
2. /mit Akk./ das reicht (bis) weit in die Vergangenheit, in meine Jugendzeit, in seine frühe Kindheit zurück; das läßt sich (bis) ins vorige Jahrhundert zurück verfolgen; er schrieb bis in die späte Nacht hinein; umg. er blieb bis in alle Ewigkeit (sehr lange Zeit)
III. /modal mit Dat.; bezeichnet in adv. Wendungen die Art und Weise/ um jmdn. in großem Bogen herumgehen; jmdn. in hohem Bogen hinauswerfen; etw. in deutsch oder in englisch sagen; im Fluge vergehen; etw. in aller Offenheit, im stillen, im geheimen tun; in einer bestimmten Reihenfolge, in Reih und Glied, im Kreis marschieren; in guter Laune sein; etw. in der Übersetzung lesen; in aller Unschuld fragen; in Wirklichkeit, in Wahrheit verhielt sich alles ganz anders; sich in weiß kleiden; er kam in eigener Angelegenheit, Person; papierdt. in seiner Eigenschaft als …; das interessiert im allgemeinen nicht; er spricht in einem fort (ständig) das ist im Grunde genommen, nicht im geringsten, im höchsten Grade verwerflich; umg. etw. im Nu (sofort) begreifen etw. in den Tod (absolut) nicht leiden können etw. im Vorübergehen (nur flüchtig) erledigen /in + Subst. ist durch ein Adv. auf -weise ersetzbar / in Haufen, Massen, Mengen, Scharen; in Paketen, Säcken, Bündeln, Eimern; in Stücken; in Abschnitten; in Kompanien, Divisionen; mit: etw. in Demut, Trauer, Wut tun; etw. in allen Einzelheiten, in großen Zügen schildern; er redet in Gleichnissen, in Bildern, spricht in Rätseln; etw. in Gegenbeispielen zeigen; etw. im Scherz, Ernst sagen; in einer hohen Geschwindigkeit an jmdm. vorbeifahren; in barem Gelde, umg. in harter Währung⌝ zahlen; in Öl, Wasserfarben malen; in Stiefeln, Hemdsärmeln umherlaufen; er kam in Hut und Mantel, in Uniform; in der Eisenbahn fahren; etw. in einem Zug leeren; in der festen Überzeugung, daß …
IV. /losgelöst von einer bestimmten Bedeutung/
1. /mit Dat.; in fester Abhängigkeit von Verben/ sich in jmdm. erkennen; sich in jmdm. täuschen; seine Ausführungen erschöpften sich in bloßen Behauptungen; /in festen Verbindungen/ im Bilde sein; in Blüte stehen; mit jmdm. im Briefwechsel stehen; etw. in einer Farbe, in einer bestimmten Größe vorrätig haben; in der Lage sein; etw. im Schilde führen; jmdn. im Stich lassen; mit jmdm. in Verbindung stehen; im Falle, daß (falls) im Grunde (eigentlich)
2. /mit Akk.; in fester Abhängigkeit von Verben/ in schallendes Gelächter ausbrechen; sich in ein Abenteuer einlassen; in ein Lied einstimmen; in den Vorschlag einwilligen; sich in sein Schicksal ergeben, fügen; sich in jmdn. verlieben; etw. in mehrere Teile zerlegen; /von Substantiven/ Vertrauen, Zuversicht in jmdn., etw. setzen; /in festen Verbindungen/ ins Gerede kommen; mit jmdm. ins Gespräch kommen; sich in Marsch setzen; etw. in die Wege leiten; etw. in persönliche Pflege nehmen; sich für jmdn., etw. in die Bresche werfen; etw. in Angriff nehmen; jmdn., etw. in Anspruch nehmen; etw. in Auftrag geben, in Betrieb nehmen, in Bewegung setzen, in Empfang nehmen; in Erscheinung treten; etw. in Erwägung ziehen; etw. in Rechnung stellen, ziehen

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„in“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/in>, abgerufen am 15.08.2020.

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