Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 3. Band, 1969

jäh, Adj.

jäh /Adj./
1. schnell und heftig, ungestüm: ein j. Windstoß, Blitz, Schmerz, Entschluß, Wechsel, Umschwung, Zusammenbruch; eine j. Bewegung, Aufwallung, Übelkeit, Wildheit, Eingebung, Entscheidung, Veränderung, Katastrophe; der j. Knall des Schusses; das j. Zucken der Glieder; ein j. Schreck befiel sie; j. Zorn hat ihn gepackt; j. Röte übergoß ihre Wangen; einen j. Tod, ein j. Ende finden; in j. Wut geraten; der Regen fiel in j. Schauern; mit j. Bestürzung, Furcht; mit einem j. Aufschrei zu Boden sinken; von j. Krämpfen geschüttelt; zu j. Leidenschaft entflammt; j. anhalten, stillstehen; j. aufspringen; sie fuhr j. aus dem Schlaf auf; die Versammlung wurde j. abgebrochen; die Flamme loderte j. auf; das Wetter hat sich j. verändert; seine Eifersucht brach j. hervor; j. überfiel, überkam ihn Müdigkeit; die Stimmung schlug j. um; j. erröten, erblassen, erschrecken, erstarren; sie verstummten j.; er war j. ernüchtert; j. wechselnde Gefühle;
2. sehr steil, abschüssig: ein j. Felsvorsprung, Abgrund; und im dichten Kranz um sie [die Seebreite] die jähen Berge Hesse 1,219 (Camenzind) ein Kamin mit j. Wänden; der Hang fällt j. nach Norden ab; rechts ging es j. in die Tiefe;

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Zitationshilfe
„jäh“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/jäh>, abgerufen am 20.10.2020.

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