Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 3. Band, 1969

künstlich, Adj.

künstlich /Adj./
1. nicht natürlich
a) nicht von der Natur hervorgebracht, sondern vom Menschen der Natur nachgeschaffen: k. Blumen, Rasen, (Edel)steine, Dünger; Stoffe, Gewebe aus k. Fasern; k. Licht, Beleuchtung; einen k. Erdsatelliten starten; eine k. Wasserstraße; ein k. Teich; ein k. Gebiß, Auge; k. Glieder; eine k. Niere;
b) nicht auf natürliche Weise vor sich gehend: die k. Atmung; Neupräg. Med. der Patient wurde k. beatmet; die k. Ernährung des Kranken; die k. (mit Flaschenmilch erfolgende) Ernährung des Säuglings etw. k. befruchten; Landw. die k. Besamung der Rinder; eine Kuh k. besamen; der Metschnikoff … hat ein Mittel entdeckt, das Leben künstlich zu verlängern Schickele Schnakenloch II 15
2. gekünstelt, gewollt, gezwungen: seine Heiterkeit, Lustigkeit war, wirkte recht k.; ihr Lächeln kam mir k. vor; Wenn man aber das Räuspern und Schweigen … wachsen läßt, dann wirkt jeder Satz künstlich M. Walser Halbzeit 294; Also nahm ich mich künstlich zusammen und tat nach außen hin, als hätte ich kein bißchen Angst Penzoldt Erdenwurm 262; er hatte Mühe, seine k. Ruhe zu bewahren; einem natürlichen Verlauf, Zustand absichtlich, bewußt entgegenwirkend: e. Prozeß, Verfahren k. in die Länge ziehen; die Preise k. hochhalten; Haß k. schüren; umg. sich k. (unnötig) aufregen
3. veralt. künstlerisch, kunstvoll: eine künstliche Arbeit aus dem siebenzehnten Jahrhundert Raabe I 1,251 (Hungerpastor)

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Zitationshilfe
„künstlich“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/künstlich>, abgerufen am 28.07.2021.

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