Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 3. Band, 1969

lachen, Vb.

lachen /Vb./
1. Freude äußern, wobei das Gesicht zu einer heiteren Miene verzogen wird und durch stoßweises Ausatmen kurze, abgerissene Laute hörbar werden: das Kind weint nicht, es lacht; herzlich, fröhlich, hellauf l.; er lachte leise, lautlos, heimlich, versteckt, gezwungen, laut, schallend, gellend, umg. lauthals (aus voller Kehle) von Herzen l.; über das ganze Gesicht l.; jmdm. kalt, frech ins Gesicht l.; umg. von einem Ohr bis zum andern l. (den Mund breitziehen) aus vollem Halse, voller Lunge l.; ich habe Tränen (so daß die Tränen kamen) gelacht salopp sich /Dat./ einen Ast l.; sich bucklig, krank, schief, scheckig l. (sehr lachen) jmdn. l. machen; über jmdn., etw. l.: ich mußte über ihn l.; über einen Witz, Spaß, Scherz l.; Lachten wohl gar da unten über seine Dummheit Polenz 1,360 (Büttnerbauer) ; ein helles, herzhaftes, offenes, strahlendes, schallendes, schrilles Lachen; salopp ein dreckiges Lachen; er ließ ein gutmütiges, unterdrücktes, nervöses Lachen hören; alles brüllte vor Lachen; umg. er hielt sich /Dat./ den Bauch vor Lachen; sich ausschütten, salopp kugeln⌝ vor Lachen (sehr lachen) in Lachen ausbrechen; ein Lachen ausstoßen; das Lachen unterdrücken; er konnte sich das Lachen nicht verbeißen; jmdm. vergeht das Lachen; das Weinen ist ihm näher als das Lachen; /sprichw./ am vielen Lachen erkennt man den Narren; bei Kindern steckt Lachen und Weinen in einem Sack; ein lachendes Kindergesicht; lachend eilte sie davon; Wenn es das bloß wär, lacht der Bootsmann (sagt der Bootsmann lachend) Nachbar Mond 59; /drückt auch andere Gefühle als das der Freude aus/ voll Erbitterung, vor Wut, Verzweiflung, Empörung l.; als Erwiderung lachte sie nur spöttisch; er lachte überlegen, höhnisch, verächtlich, böse, bitter, ärgerlich; /bildl./ das Saxophon lacht; die Taube lacht; /übertr./ der lachende Dritte der Unbeteiligte, der aus dem Streit zweier anderer den Vorteil hat: Mochte Schneidereit heute der lachende Dritte sein. Wir werden ja sehen, wer zuletzt lacht Noll Holt 2,282; umg. scherzh. die lachenden (sich freuenden) Erben jmdm. lacht das Glück (jmd. hat Glück) die Sonne lacht (strahlt) wenn ein Wetterchen wie heute lachte A. Zweig Beil 178; der lachende blaue Himmel; umg. da l. (ja) die Hühner (das ist doch lächerlich) ; sich /Dat./ (eins) ins Fäustchen l. (sich heimlich schadenfroh freuen) du hast gut l. (du bist in einer ganz anderen Lage) salopp daß ich nicht lache! /Ausdruck der Ablehnung, des Unglaubens/; das will ein Dichter sein, daß ich nicht lache!; das wäre ja gelacht (das wäre ja noch schöner)! da wäre es ja gelacht, wenn du das Schloß an der Vorratskammer … nicht aufknacken könntest Weiskopf 4,428 jmd. hat (bei jmdm.) nichts zu l. jmdm. geht es bei jmdm. schlecht: Sträflinge und Beamte, ihr habt jetzt nichts zu lachen Döblin Alexanderpl. 428; /sprichw./ wer zuletzt lacht, lacht am besten (auch für den, der anfangs kein Glück hat, kann sich noch alles zum Guten wenden)
2. geh. veraltend jmds., einer Sache l. über jmdn., eine Sache spotten: itzt lacht er seiner Hasser Schiller Räuber II 1; sie lachte der Gefahr;

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Zitationshilfe
„lachen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/lachen>, abgerufen am 12.08.2020.

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