Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 3. Band, 1969

leer, Adj.

leer /Adj./
1. nichts enthaltend
a) ganz ohne Inhalt, Ggs. voll: ein l. Glas, Faß, Boot; eine l. Kiste, Packung Zigaretten; der Koffer ist l.; der Wagen fuhr l. zurück; den Teller l. essen (nichts mehr darauf lassen) umg. eine Flasche Wein l. machen (austrinken) Die beiden fielen um wie leere Säcke Tucholsky Ganz anders 244 mit l. Händen (ohne etw. zu bieten haben) dastehen, kommen mit l. Magen (ohne gegessen zu haben) arbeiten einen Laden l. kaufen (alle Waren darin wegkaufen)
b) ohne jede Spur von etw., jmdm.: eine l. (öde) Landschaft, Wüste eine l. (nicht bewohnte) Villa l. (nicht belebte) Straßen das l. Zimmer hallt; einen l. (freien) Tisch suchen der Kosmonaut bewegte sich im l. Raum; vor l. Bänken sprechen; die Gegend ist wüst und l. (ganz verlassen) die Wohnung stand l. (war unbewohnt) eine Seite l. (unbeschrieben) lassen /bildl./ das Leben ist l. an Freuden (freudlos) geworden das Nest l. finden (niemanden in seinem Schlupfwinkel finden) /übertr./ der Motor läuft l. (leistet keine Arbeit) l. bei einem Unternehmen ausgehen (nicht den geringsten Vorteil davon haben) das Leere das Ungewisse: das war ein Schlag ins Leere; ins Leere greifen, starren; Man tappt völlig im Leeren Nossack Spirale 340
2. ohne inneren Gehalt, Ausdruck: ein l. Lächeln; eine l. Miene; ein l. (inhaltsloser) Begriff l. Phrasen; ein l. (nichtiges) Gerede, Geschwätz; l. Versprechungen, Drohungen; das sind alles l. Ausflüchte; Und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn Schiller Bürgschaft; mit l. (ausdruckslosen) Augen mit l. Gesicht vor sich hin starren; sich innerlich l. fühlen;

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Zitationshilfe
„leer“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/leer>, abgerufen am 12.08.2020.

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