Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 3. Band, 1969

legen, Vb.

legen /Vb./
1. etw., jmdn. irgendwohin l. etw., jmdn. (mit der Hand) in eine bestimmte Lage, an eine bestimmte Stelle bringen: eine Decke auf den Tisch l. ein Pflaster auf die Wunde l.; jmdm. die Hand auf den Arm l.; d. Feder, Löffel aus der Hand l.; die Kleider in den Koffer l. die Klöße in das Salzwasser l.; jmdn. ins Grab l.; etw. nach der Reihe l.; die Gabel neben den Teller l.; die Jacke über die Schulter l.; er legte ihr eine Kette um den Hals; jmdm. ein Kissen unter die Füße l.; das Rundschreiben zu den Akten l. /bildl./ umg. die Karten offen auf den Tisch l. jedes Wort auf die Goldwaage l.; salopp jmdn. aufs Kreuz, auf den Rücken l.; Dieses brenzlige Zeug (das starke Getränk) legte den, der es nicht gewöhnt ist, glatt auf den Rücken (macht ihn völlig betrunken) Turek Wende 106; Sport jmdn. auf die Schultern l. (im Ringen besiegen) Gewicht auf etw. l. etw. für besonders wichtig ansehen: wir l. Gewicht auf eure Meinung; sie legten Gewicht auf die Feststellung, daß …; die Hände in den Schoß l. sein Schicksal in jmds. Hände l.; /übertr./ Feuer an ein Haus l. (es anzünden) ; den Hund an die Kette l. (festmachen) einen strengen Maßstab an etw. l. (etw. streng beurteilen) jmdm. etw. ans Herz l.; umg. sich /Dat./ Geld auf die hohe Kante, auf die Seite l. landsch. bes. berl. salopp eine kesse Sohle aufs Parkett l.; etw. auf Eis l.; (großen) Wert auf etw. l.; Seemannsspr. ein Schiff auf Kiel l.; den Grund(stein), Keim für etw. l.; jmdn. in Ketten l. (fesseln) ; Truppen in eine Stadt l. (einquartieren) jmdm. eine Äußerung in den Mund l. jmdn. eine Äußerung sagen lassen, jmdm. eine Äußerung zuschreiben: der Dichter legte den Gestalten seiner Werke treffende Worte in den Mund; man legt mir Dinge in den Mund, die ich nie gesagt habe Schnitzler Flucht 156; jmdm. Hindernisse in den Weg l. (jmdn. in seinem Vorhaben hindern) eine Stadt in Trümmer, in Schutt und Asche l.; umg. einen Verletzten in Gips l. (mit einem Gipsverband versehen) Seemannsspr. das Ruder hart nach Backbord l.; ein Schiff vor Anker l. (verankern) ; /abgeblaßt/ etw. an den Tag l. etw. sichtbar werden lassen: seine Gesinnung, Verwunderung an den Tag l.; den Ton, Akzent auf etw. l. (etw. nachdrücklich unterstreichen) ; eine Unterrichtsstunde auf den Nachmittag l. (verschieben) Geld auf Zinsen l. (Zinsen bringen lassen) Zoll auf Waren l. (sie mit Zoll belegen) ein Fabrikat auf Serienproduktion l. (zur Serienproduktion kommen lassen) ; Schärfe in den Ton l. (ihn scharf werden lassen) ; papierdt. Rechnung über etw. l. (Rechenschaft über etw. ablegen) ; jmdm. etw. zur Last l. einer Sache etw. zugrunde l. (etw. als Grundlage für etw. nehmen)
2. sich l. sich in die waagerechte Lage bringen: sich schlafen l.; sich krumm, schief l.; leg dich! /Befehl an den Hund/; sich auf das Sofa, auf den Rücken l.; sich ins Bett, in die Sonne l.; sich breit über den Tisch l.; sich zu Bett l. sich zum Sterben l.; /bildl./ umg. er mußte sich l. (wurde bettlägerig) sich aufs Ohr l. (schlafen) ; sich auf die Lauer l. (jmdm. auflauern) salopp sich auf die faule Haut l.; da legst du dich auf den Rücken (da bist du ganz überrascht) das Boot legte sich auf die Seite (neigte sich seitwärts) sich in das gemachte Bett l. die Matrosen legten sich in die Riemen (ruderten kräftig) und die Schlittenhunde legten sich ins Geschirr Nossack Spirale 358; /übertr./ sich tüchtig ins Zeug l. (sich besonders anstrengen) sich für jmdn. ins Mittel l. (sich für jmdn. verwenden)
3. sich auf etw. l. sich auf etw. konzentrieren, sich einer Sache bes. widmen: sich auf ein bestimmtes Gebiet, Objekt l.; sich auf den Handel l.; wenn Konfektion nicht geht, muß man sich auf Pelzwaren legen Döblin Alexanderpl. 334; sich auf sein Studium l.; sich aufs Bitten l. (jmdn. durch Bitten erweichen wollen)
4. etw. l. etw. sachgemäß herrichten, zurichten: ein Fundament, den Grundstein eines Hauses l. (in den Baugrund einlassen) Schienen, Gleise (neu) l. (auf dem Bahnkörper anbringen) e. Rohr, Kabel l. (installieren) Gas (eine Gasleitung) l. Parkett, Fliesen l. (als Belag auf etw. anbringen) Kartoffeln, Bohnen l. (in die Erde zum Keimen hineinbringen) die Wäsche l. (ordentlich vorm Bügeln, Mangeln zusammenfalten) das Haar l. (frisieren) eine Schlinge, Leimrute, Mine l. (zum Fangen, Töten bereitstellen) /bildl./ jmdm. eine Schlinge, Falle l. jmdm. hinterlistig Schaden zufügen: sehen Sie nicht, daß der Großdoktor uns mit seinem Vorschlag nur eine Schlinge legen will? Feuchtw. Söhne 421 jmdm. die Karten l. (aus den Karten die Zukunft voraussagen) /übertr./ einen Brand l. (einen Brandherd anlegen) umg. jmdm. das Handwerk l. (jmds. Treiben ein Ende machen)
5. etw. legt sich etw. kommt zur Ruhe, hört auf: d. Sturm, Aufregung legt sich; ihr Zorn hat sich bald gelegt; Doch endlich, da legt sich die wilde Gewalt Schiller Taucher
6. etw. legt sich (jmdm.) auf etw. etw. beklemmt (jmdm.) etw., etw. greift (bei jmdm.) etw. an: der Qualm legt sich auf die Brust; die Sorge legt sich ihm schwer auf die Seele; die Erkältung hat sich auf die Nieren gelegt; das fette Essen legte sich uns schwer auf den Magen;
7. etw. legt sich über, um etw. etw. verbreitet, zieht sich über, um etw.: dichter Nebel legt sich über die Wiesen; ein Schleier legte sich über ihre Augen; Ein glückliches Lächeln legte sich um ihren Mund Weismantel Riemenschneider 27
8. die Henne legt (Eier) (bringt Eier hervor) die Hühner l. jetzt gut, schlecht;

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Zitationshilfe
„legen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/legen>, abgerufen am 12.08.2020.

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