Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 3. Band, 1969

leiern, Vb.

leiern /Vb./
salopp
1. etw. mehrmals hintereinander drehen, winden: sie hat bald eine halbe Stunde die Kaffeemühle, Kurbel geleiert; er leierte den Eimer aus dem Brunnen (wand ihn nach oben) /bildl./ und wenn ich den Hühnern die Eier aus dem Darm leiern (holen) soll Strittmatter Tinko 324; wir konnten ihm noch einiges Geld aus dem Kreuz l. (bekamen mühsam noch einiges Geld)
2. eine Melodie auf dem Leierkasten spielen: Man hört eine ferne Drehorgel … das Lied vom Schinderhannes leiern Zuckmayer Schinderhannes IV
3. ohne Betonung oder ohne Wechsel der Stimmlage, eintönig, gleichförmig sprechen: abwertend zum Schluß seiner Rede leierte er nur noch; er spricht mit leiernder Stimme; etw. (Auswendiggelerntes) mechanisch und monoton hersagen, herunterleiern: Gebete, ein Gedicht, Beschwörungsformeln l.; Ein Reiseführer hat ein paar komische Namen geleiert M. Walser Schwarzer Schwan 3; sie beteten, sangen leiernd;

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Zitationshilfe
„leiern“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/leiern>, abgerufen am 20.09.2021.

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