Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 3. Band, 1969

lotsen, Vb.

lotsen /Vb./
1. etw., jmdn. sicher durch gefahrvolles, unübersichtliches Gebiet (ans Ziel) führen
a) als Lotse ein Schiff durch schwieriges Fahrwasser führen: das Schiff durch d. Kanal, Klippen, Schären, in den Hafen l.;
b) ein Flugzeug vom Boden aus durch einen Raum (ans Ziel) dirigieren: der Flugsicherungsdienst lotst die Maschine sicher durch den Luftraum; das Flugzeug über eine festgelegte Rollbahn zum Abstellplatz l.;
c) umg. jmdn. auf dem besten, kürzesten Weg durch ihm unbekanntes, für ihn unübersichtliches Gebiet (ans Ziel) führen: den auswärtigen Besucher durch die Stadt zu seinem Hotel, durch den Verkehr, zum Bahnhof l.; jmdn. durch das Gedränge l.; er lotste uns (durch lange verwinkelte Gänge) in sein Zimmer;
2. umg. jmdn. überreden, an einen bestimmten Ort mitzugehen: jmdn. zu einer Veranstaltung, in eine Gesellschaft, nach Hause, salopp in die Kneipe⌝ l.; die Kinder mit viel Mühe ins Bett l.
3. umg. jmdm. das Geld aus der Tasche l. jmdn. (gegen dessen Willen) zum Geldausgeben bewegen: einem so das Geld aus der Tasche zu lotsen für die Eisenbahnfahrt, wenn man so gut wie nichts hat Traven Baumwollpflücker 204; die Kinder können einem ganz schön das Geld aus der Tasche l.!;

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Zitationshilfe
„lotsen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/lotsen>, abgerufen am 23.09.2020.

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