Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

müde, Adj.

müde /Adj./
1. ermattet und ruhe-, schlafbedürftig: jmd. ist am Abend (von der Arbeit, großen Anstrengung) m.; die Kinder sind vom Spielen m.; bleiern, zum Umfallen, Hinsinken m. sein; umg. er war m. wie ein Hund; für diese Arbeit bin ich jetzt zu m.; durch Lärm, vieles Essen wird man m.; wohlig m. sein; er sieht sehr m. aus; seine Augen blicken m.; jmd. hat sich m. gearbeitet, gelaufen, getanzt; das Kind hat sich m. gespielt; ein Pferd m. reiten; jmd. kommt m. von der Arbeit, Wanderung, Feier nach Hause; das lange Stehen macht mich m.; seine m. Glieder ausstrecken; umg. er mußte seine m. Knochen ausruhen; /übertr./ e. Maschine, Ventilator läuft sich m. (wird leistungsunfähig) ein m. gewordener Wagen
2. matt, kraftlos: der m. Gang des Alten; m. Gebärden, Worte; mit m. Gleichmut, Ergebenheit etw. tun, sagen; er sagte es mit m. Stimme; Sie machte eine kleine müde Handbewegung, die mich zum Schweigen brachte Rinser Mitte 253
3. geh. einer Sache, jmds. m. sein einer Sache, jmds. überdrüssig sein: jmd. ist des Lebens, vielen Redens, Wartens, der Enttäuschungen, dauernden Vorwürfe m.; Wenn du meines Anblicks müde bist, ich bin deiner Ausschweifungen nicht weniger müde Brecht Don Juan I 6; ich bin seiner m.; (es) m. werden, sein + Inf.: sie wird nicht m., es immer wieder zu erklären; er wird (es) nicht m., hartnäckig sein Ziel zu verfolgen; /selten/ eine Sache, jmdn. m. sein: ich bin diese ewige Behutsamkeit des Angeklagten Hild müde Schaumann Zwiebel 11

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„müde“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/müde>, abgerufen am 30.11.2020.

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