Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

moralisch, Adj.

mora̱lisch /Adj./
lat.
1. sittenstreng, tugendhaft: m. Anschauungen, Grundsätze haben; er führt einen m. Lebenswandel; Ich will damit nicht sagen, daß ich besonders moralisch bin … E. Claudius Grüne Oliven 149
2. sittliche Lehren enthaltend, moralisierend: eine m. Erzählung; Die Schaubühne als eine moralische Anstalt betrachtet Schiller /Titel/; m. Reden, Ermahnungen, Vorhaltungen; umg. jmdm. m. kommen (jmdm. eine Moralpredigt halten)
3. die Moral betreffend, sittlich: m. Gesundheit, Sauberkeit, Verworfenheit; der m. Zerfall des spätrömischen Reiches; sie war voller m. Entrüstung; ein m. Bewußtsein, Gefühl, m. Vorurteile, Skrupel haben; Die Niederlage wurde zu einem moralischen Sieg Burmanns umgefälscht Joho Wendemarke 50; ein m. Recht auf etw. haben; unter m. Druck stehen; der m. Sumpf der Großstadt; dieser ganze moralische Schlamm, durch den wir waten Luxemburg Briefe 49; umg. eine m. Ohrfeige bekommen (eine peinliche Zurechtweisung erfahren) einen m. Kater, den Moralischen haben (Katzenjammer haben) m. gerechtfertigt, hochstehend, anfechtbar, haltlos sein; sich m. verpflichtet, verantwortlich fühlen; jmdn. m. vernichten
4. Wirtsch. der m. Verschleiß die durch den wissenschaftlich-technischen Fortschritt bedingte Wertminderung von Produktionsmitteln: der m. Verschleiß eines Maschinenparks, Kraftwerks; Neben dem materiellen unterliegt die Maschine aber auch einem sozusagen moralischen Verschleiß Marx Kapital 1,424

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Zitationshilfe
„moralisch“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/moralisch>, abgerufen am 18.01.2021.

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