Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

nähren, Vb.

nähren /Vb./
1. jmdn., sich ernähren
a) die Mutter nährt (stillt) ihr Kind selbst /sprichw./ eine Schlange an seinem Busen n. (einem Unwürdigen Gutes erweisen)
b) sich von etw. n. von etw. leben, etw. als Nahrung zu sich nehmen: er nährt sich von Milch, Früchten, Gemüse, Fleisch; indem er sich von Datteln nährte Frisch Gantenbein 199; weil die Mutter sich mit dem Reste [des Frühstücks] den übrigen Tag hindurch nähren … wollte G. Keller 4,479 (Gr. Heinrich) ; Viele wohnten besser als zu Lebzeiten des alten Richters, nährten sich (aßen) besser, hatten besseren Hausrat Feuchtw. Jefta 129
2. /übertr./ jmds. wirtschaftliche Bedürfnisse bestreiten, jmdn. unterhalten: Eine Frau und drei Kinder mußte er kleiden und nähren J. Roth Hiob 8 sich von etw. n. sich durch etw. erhalten: er nährt sich durch, von, mit seiner Hände Arbeit; umg. etw. nährt seinen Mann etw. gibt jmdm. ein genügendes Auskommen: das Handwerk, dieses Geschäft nährt seinen Mann;
3. diese Kost, Speise nährt (ist nahrhaft)
4. geh. das Feuer n. Brennstoff nachlegen: der Inhalt eines Schmelztiegels, unter dem man das Feuer zu nähren vergessen hatte Musil Mann 788; Da trat der alte Knecht des Chorherrn mit einem Arm voll Holz herein, nährte die Glut C. F. Meyer 4,136
5. geh. etw. in sich, jmdm. erwecken und wachsen lassen: einen Wunsch, d. Traum, Illusion, Vorstellung, Plan n.; welche Hoffnungen Quint in ihnen genährt hatte G. Hauptm. 1,401 (Quint) ; einen Haß, Verdacht, Argwohn gegen jmdn. n.; eine Feindschaft n.;

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Zitationshilfe
„nähren“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/nähren>, abgerufen am 23.11.2020.

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