nämlich1 /Adj./
geh. veraltend
1. /bezeichnet die Identität mit einer vorausgegangenen oder bekannten Größe/ derselbe: sie trug das n. Kleid wie gestern; zum n. Zeitpunkt; im n. Moment; noch in der n. Nacht brach er auf; Viele Male träumte ich immer den nämlichen Traum Erh. Kästner Zeltbuch 86; es waren die n. Gäste wie beim vorigen Mal; Die Verwandtschaft, die Leichenträger und der Totengräber dazu / War alles die nämliche Person Hofmannsth. Großes Welttheater 288; die übrigen Dinge sind nur Variationen aus verschiedenen Tonarten über das nämliche Thema Büchner Danton IV
2. /steht für eine andere Größe derselben Art/ der gleiche: Und wenn oft die nämlichen Dinge im Schusterhause in Gschaid ohnedem in aller Trefflichkeit vorhanden waren Stifter 2,303 (Bergkristall) ; Sie waren beide völlig gleich gekleidet und gebrauchten auch das nämliche Parfüm Kellerm. Totentanz 109

nämlich2 /Konj./
1. /steht in einem Hauptsatz, der vorher Gesagtes begründet/ er kann heute nicht kommen, er ist n. krank; ich komme später, ich habe n. noch etwas zu erledigen; ich muß gleich etwas essen, ich habe n. großen Hunger; Hoffentlich ist sie ein bißchen intelligent, das braucht er nämlich Schallück Wenn man aufhören könnte 8; Von welchen [den Uhren] mir dann am liebsten die gewesen sind, die stehenblieben. Nämlich dann konnte ich sie auseinandernehmen und wieder in Gang bringen Welk Grambauer 246
2. /dient zur näheren Erläuterung/ und zwar: ich will zuerst deine dringendste Frage beantworten, n. die nach dem Befinden deiner Mutter; das war n. so; das heißt: Bloch kehrte in wenigen Tagen aus Jerusalem zurück, sobald nämlich die Straßen frei waren A. Zweig De Vriendt 268; wenn er nicht zu Hause ist, nämlich fast den ganzen Tag Kolb Schaukel 43

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