Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

nötigen, Vb.

nötigen /Vb./
1. jmdn. auffordern, dringend bitten, etw. zu tun: jmdn. zum Essen, Bleiben n.; er nötigte sie in das Haus, zu Tisch, zu einer Tasse Tee; lassen Sie sich nicht n.!; sie ließ sich nicht lange n.; wollen Sie bitte zulangen, genötigt wird nicht!; etw. nötigt jmdn. zu etw.; etw. zwingt jmdn. zu etw.: die Lungenkrankheit nötigte sie, ein halbes Jahr im Hochgebirge zu verbringen; Die Aktionen der Polizei … nötigten uns beim Passieren bestimmter Straßen, Deckung zu suchen W. Dehmel in: Hammer u. Feder 54; papierdt. sich genötigt sehen sich gezwungen, veranlaßt sehen: wir sahen uns zu einem Umweg genötigt; endlich sah sie sich genötigt, ihn zu mahnen; genötigt sein gezwungen sein: er war genötigt, in seinem Beruf weite Reisen zu machen; durch solche Erwägungen wurden wir genötigt, unseren Entschluß zu ändern; sie war genötigt, ihre Hände zu Hilfe zu nehmen Andersch Sansibar 121
2. Jur. jmdn. mit Gewalt oder Drohung dazu bringen, etw. zu tun, zu dulden oder zu unterlassen: sie war zu der Unterschrift von ihm genötigt worden; er hatte sie mit Gewalt genötigt (vergewaltigt)

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Novelle
Zitationshilfe
„nötigen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/nötigen>, abgerufen am 26.11.2020.

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