nackt /Adj./
unbekleidet: n. Arme, Beine, Füße; er arbeitete mit n. Oberkörper; ein n. Mensch, Körper; Auf die Erde voller kaltem Wind / Kamt ihr alle als ein nacktes Kind Brecht Gedichte 32; n. sein, baden; sich n. ausziehen; die Darstellung des Nackten in der Kunst; das Kind lag n. und bloß da; /bildl./ Wally wird sich schon darum kümmern, daß sie nicht nackt und bloß (mittellos) in die Ehe tritt Weiskopf 1,629 (Abschied v. Frieden) ; kahl: der Wirt, dessen nackter Schädel hinter der Theke fahl glänzte Nell Fischer 52; An nackten Zweigen schwirrt da und dort noch ein dürres Blatt Fussenegger Antlitz 8; die n. Wände einer Kerkerzelle; n. Felsen; bloß, blank: auf der n. Erde (ohne Unterlage) schlafen Aber in jener Zeit werden gepriesen werden / Die auf dem nackten Boden saßen, zu schreiben Brecht Gedichte 178; mit dem n. Säbel kämpfen; diese Menschen haben mit nackten Fäusten die Kasernen von Madrid erstürmt Bredel Enkel 238; im Licht einer nackten elektrischen Birne S. Lenz Zeit 6; /übertr./ unverhüllt, ungeschminkt: das sind die n. Tatsachen; die n. Wahrheit sagen; die n. Wirklichkeit nicht sehen wollen; die n. Not, Armut; während unten die zerfransten Hosen und oben der abgestoßene Rock das nackte Elend durchschimmern ließen St. Zweig Novellen 1,151; das n. Entsetzen packte ihn; in seinen Augen stand die n. Angst; n. Gier, Habsucht, Egoismus zeigte sich in seinen Handlungen; n. Gewalt anwenden; nüchtern: etw. mit n. Worten sagen; Die Phänomene, die Mesmer vorweist, erscheinen mit nackter Vernunft nicht erklärbar St. Zweig Heilung 27; /abgeblaßt/ nichts als: sie konnten nur das n. Leben retten; um das n. Leben, die n. Existenz kämpfen, ringen

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