Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

rieseln

rieseln, rieselte, ist gerieselt/ hat gerieselt
sacht rinnen
a) spärlich fließen, in feinen Tropfen, unzähligen Partikeln herunterfallen(ist:) die Quelle rieselt spärlich; Blut rieselt aus der Wunde; Körner sind durch die Finger gerieselt; Sand durch die Finger r. lassen; Lindenblüten rieselten ihr ins Haar; Tränen sind über ihre Wangen gerieselt; der Kalk ist von den Wänden gerieselt; ein dünn rieselnder Brunnen; Kälteschauer r. (laufen prickelnd) über jmds. Rücken /übertr./ neuer Lebensmut rieselte durch seine Adern; Aber die Gerüchte rieseln durch die Mauern, träufeln sich in die Ohren und Herzen Steinberg Einzug 28; dabei rieselt es einem kalt über den Rücken (schaudert einen)
b) kaum hörbar fließen, in feinen Tropfen, unzähligen Partikeln fast geräuschlos herunterfallen(hat:) die Quelle rieselt eintönig; wir hörten das Bächlein r.; Leise rieselt der Schnee Weihnachtsl.; hinter der Tapete hat leise der Kalk gerieselt; das einschläfernde Rieseln des Regens /bildl./ umg. es rieselt im Gemäuer (Widersprüche in einer anachronistischen gesellschaftlichen Institution, in einem historisch überlebten Staat treten zutage) /übertr./ salopp bei ihm rieselt schon der Kalk (er wird langsam alt, hat keinen jugendlichen Schwung mehr) geh. rieselnde (sanft fallende, leise rauschende) Seide

Im WDG stöbern

a b c d e f g h i j
k l m n o p q r s t
u v w x y z - ' & µ
Zitationshilfe
„rieseln“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/rieseln>, abgerufen am 14.07.2020.

Weitere Informationen zum Zitieren …


Weitere Informationen zum WDG – Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache