rieseln, rieselte, ist gerieselt/ hat gerieselt
sacht rinnen
a) spärlich fließen, in feinen Tropfen, unzähligen Partikeln herunterfallen(ist:) die Quelle rieselt spärlich; Blut rieselt aus der Wunde; Körner sind durch die Finger gerieselt; Sand durch die Finger r. lassen; Lindenblüten rieselten ihr ins Haar; Tränen sind über ihre Wangen gerieselt; der Kalk ist von den Wänden gerieselt; ein dünn rieselnder Brunnen; Kälteschauer r. (laufen prickelnd) über jmds. Rücken /übertr./ neuer Lebensmut rieselte durch seine Adern; Aber die Gerüchte rieseln durch die Mauern, träufeln sich in die Ohren und Herzen Steinberg Einzug 28; dabei rieselt es einem kalt über den Rücken (schaudert einen)
b) kaum hörbar fließen, in feinen Tropfen, unzähligen Partikeln fast geräuschlos herunterfallen(hat:) die Quelle rieselt eintönig; wir hörten das Bächlein r.; Leise rieselt der Schnee Weihnachtsl.; hinter der Tapete hat leise der Kalk gerieselt; das einschläfernde Rieseln des Regens /bildl./ umg. es rieselt im Gemäuer (Widersprüche in einer anachronistischen gesellschaftlichen Institution, in einem historisch überlebten Staat treten zutage) /übertr./ salopp bei ihm rieselt schon der Kalk (er wird langsam alt, hat keinen jugendlichen Schwung mehr) geh. rieselnde (sanft fallende, leise rauschende) Seide

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