rutschen, rutschte, ist gerutscht
   1. sich gleitend auf einer Fläche fortbewegen oder abwärts gleiten: er rutschte auf der Bank zur Seite, hin und her; sie r. in den Graben; der Hut ist ihm ins Gesicht gerutscht; die Strümpfe r. (sitzen nicht fest); er ist mit dem Fuß gerutscht (ist ausgeglitten); /übertr./ umg. abwertend vor jmdm. auf den Knien r. (sich vor jmdm. erniedrigen, sich vor jmdm. unterwürfig verhalten); umg. scherzh. ihr rutscht das Geld leicht durch die Finger (sie gibt es leicht aus); salopp scherzh. ihm rutschte das Herz in die Hosen (er verlor den Mut); landsch. schlittern: über den gefrorenen Schnee r.
   2. salopp irgendwohin r. eine kleine Reise, eine Spritztour machen: wir sind zum Wochenende an die Ostsee gerutscht; es wäre unverantwortlich, wenn man bei dieser Gelegenheit nicht weiter rutschte; -- hinüber bis nach San Francisco Schnitzler Das weite Land I
   3. umg. scherzh. das Essen rutscht nicht das Essen ist jmdm. zuwider, widersteht jmdm.: es wollte nicht r.; »Trink einen, dann rutscht es [das Wellfleisch] besser« Strittmatter Tinko 202
zu 1 ab-, aus-, durch-, heraus-, lang-, nach-, näher-, ver-, weg-, zusammenrutschen zu 1 u. 2 /in Verbindung mit Richtungsadverbien, z. B./ herum-, herunter-, hin-, hinabrutschen; /ferner in/ hochrutschen zu 1--3 runterrutschen

Zitationshilfe
„rutschen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/rutschen>, abgerufen am 16.11.2018.

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