Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

säumen, Vb.

1säumen /Vb./
1. ein Kleidungs-, Wäschestück mit einem Saum versehen: e. Laken, Tischtuch, Taschentuch s.; d. Decke, Kleid ist gesäumt; Ich sitze den halben Tag und säume Windeln Strittmatter Ochsenkutscher 144
2. geh. etw. begrenzen, umranden, einfassen: Zehntausende Werktätige säumten die Straßen, durch die die Kosmonauten fuhren; viele Tausende begeisterter Menschen säumten die Strecke der Friedensfahrer; alte Fachwerkhäuser säumten den Marktplatz; zahlreiche Badeorte s. die Küste; schneebedeckte Berge s. das Tal; hohe Pappeln s. die Allee; Exotische Schilfarten, Bambus und Papyros, säumten die Ziergewässer Th. Mann 8,600 (Krull) ; ein leuchtender, heller Streifen säumt den Horizont /oft im Part. Prät./ die Radrennbahn war von Zuschauern dicht gesäumt; eine von hohen Mauern gesäumte Gasse; die Gartenwege sind von Sträuchern, Blumen gesäumt

WDG, 4. Band, 1974

säumen, Vb.

2säumen /Vb./
geh. zögern, lange verweilen, sich aufhalten: er säumte nicht, ihr die Nachricht mitzuteilen; wir werden nicht s., können nicht länger s.; säume nicht!; er wird keine Minute s.; Spät kommt Ihr – Doch Ihr kommt! Der weite Weg, / Graf Isolan, entschuldigt Euer Säumen Schiller Piccolomini I 1; wendet euch … an alle, die noch schwanken und säumen (sich nicht entschließen können) Becher Macht d. Poesie 88; er machte sich ohne zu s. ans Werk; ohne Säumen sofort, schnell entschlossen: sie brachen ohne Säumen auf;

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Säule
Zitationshilfe
„säumen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/säumen>, abgerufen am 29.11.2020.

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