Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

säuseln, Vb.

säuseln /Vb./
1. etw. säuselt etw., bes. Laubwerk, erzeugt ein leise tönendes oder zart raschelndes Geräusch bei leichtem Wind: Nur die ersten Blätter der Akazie säuseln im aufkommenden Abendwind Oelfken Traum 75; In dürren Blättern säuselt der Wind Goethe Erlkönig; ein leises Säuseln ging durch die Wipfel, Zweige; das Säuseln d. Laubes, Blätter; das säuselnde Ried am Seeufer /bildl./ spött. Schwieg ich, säuselten zarte Geigen Durieux Tür 140; eine ferne Musik begann zu s.;
2. spött. jmd. säuselt (etw.) jmd. spricht (etw.) übertrieben leise und geziert: ich bin entzückt, säuselte er; er säuselte eine liebenswürdige Antwort; (leicht undeutlich und eintönig) reden: laßt ihn ruhig s.!; er säuselte eine ganze Stunde über die Liebe; er säuselte (flüsterte) ihr einige Worte ins Ohr Herr Pedersen sprach ein tadelloses, leicht säuselndes Deutsch Hartung Wunderkinder 164

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Säule
Zitationshilfe
„säuseln“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/säuseln>, abgerufen am 29.11.2020.

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