Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

saftig, Adj.

saftig /Adj./
1. viel Flüssigkeit enthaltend, voll Saft: eine s. Birne; ein s. Apfel, Pfirsisch; s. Früchte, Zitronen; diese Apfelsine ist nicht s. genug; ein s. Braten, Schinken; ein s. Stück Fleisch; eine s. Weide; s. Klee, Gras, Blätter; das s. (frische) Grün einer Wiese /bildl./ voll kraftvollen Lebens: er hat einen s. Humor; Er bewunderte Goyas Kunst, er liebte sein saftiges, überströmendes Wesen Feuchtw. Goya 430; leuchtend, farbenfroh: er malt Gemälde mit s. Farben; das rote Kleid leuchtete s. auf;
2. salopp /drückt große Stärke, Intensität aus/
a) es gab eine s. Schlägerei; sie erlebten eine s. Überraschung; Wir haben besseres zu tun, als uns mit saftigen Kriminalprozessen zu vergnügen Werfel Galgenstrick 185; er hat s. (sehr starke) Kopfschmerzen
b) kräftig, nachdrücklich: jmdm. eine s. Ohrfeige, eine s. Tracht Prügel verabreichen; den Polizeihauptmann bedachte er mit einem saftigen Fußtritt Kusenberg Nicht zu glauben 96 jmdm. eine s. Abfuhr erteilen;
c) derb, grob, unanständig: s. Witze, Zoten, Geschichten, Possen, Dinge erzählen; sie grölten s. Lieder, Lieder mit s. Texten; s. Flüche, Schimpfworte, Grobheiten ausstoßen; s. Scherze, Späße machen;
d) hoch, teuer: er mußte eine s. Summe, Konventionalstrafe, Entschädigung, Abfindung, s. Preise zahlen; er erhielt ein s. Trinkgeld; die Kosten waren s.;

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Zitationshilfe
„saftig“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/saftig>, abgerufen am 19.09.2020.

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