sausen, sauste, hat gesaust/ ist gesaust
1. gleichbleibend kräftig oder an- und abschwellend rauschen, zischen(hat:) der Wind saust in den Bäumen, im Schornstein; (ist:) der Sturm saust um das Haus, über die Heide; (hat:) die Kiefern auf der Bergeshöhe, Wipfel, Äste s. (im Wind); es sauste und brauste im Wald, in den Lüften; das heiße Wasser im Blechtopf begann zu s.; die Tanne stürzte mit zischendem Sausen nieder; ein hohles, fernes, dumpfes Sausen erfüllte die Luft; d. Ventilator, Treibriemen erzeugt ein sausendes Geräusch; die Propeller beginnen sich sausend zu drehen; das Fieber sauste ihm im Kopf; der Kopf saust ihm, die Ohren s. ihm (er hört vor Übelkeit, Überanstrengung oder allzuvielen Klangeinwirkungen wirre Geräusche) es, das Blut saust ihm in den Ohren
2. sich sehr schnell fortbewegen(ist)
a) sehr schnell mit Hilfe eines technischen Antriebes fahren: der Zug sauste durch die Landschaft; das Auto sauste durch die Kurven, gegen einen Baum; das Raumschiff saust durch das Weltall; die Räder s. über die Straßen, Schienen; er sauste mit seinem Auto über das Land; der Radfahrer ist um die Ecke gesaust; in sausender Fahrt ging es zum Bahnhof;
b) umg. sehr schnell gehen, laufen: er sauste in die Küche, nach Hause, zur Schule; die Jungen sausten auf die Straße, zur Tür; der Hase saust über den Acker; saus mal schnell zum Bäcker!; er ist wie ein Wiesel gesaust;
c) durch einen Anstoß von außen weggeschleudert werden, mit zischendem Ton fliegen: d. Granaten, Gewehrkugeln, Pfeile s. pfeifend durch die Luft; die Lawine saust in die Tiefe; ein Ball kam gesaust;
d) etw. saust auf jmdn., etw. etw. wird von jmdm. mit Wucht auf jmdn., etw. geschwungen: der Knüppel sauste auf seinen Körper, einen Stein; die Gerte sauste auf die Distelköpfe; er ließ die Peitsche auf den Rücken des Pferdes s.; der Schmied ließ den Hammer auf den Amboß s.;
e) salopp nach unten fallen, fliegen: das Staubtuch ist beim Ausschütteln auf die Straße gesaust; er ist (mit dem Fahrrad) in den Graben gesaust; d. Schüssel, Teller ist zu Boden, auf die Erde gesaust; er sauste von der Leiter; salopp scherzh. er ist durchs Examen gesaust (hat das Examen nicht bestanden)
3. landsch. bes. südwestdt. österr. stark gären, schäumen(hat:) der junge Wein saust

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