Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

schälen, Vb.

schälen /Vb./
I. die äußerste Schicht von etw. entfernen
a) die Schale von etw., bes. von Obst, Gemüse (mit einem Messer) entfernen: Kartoffeln s.; e. Apfel, Apfelsine, Zwiebel, ostmitteldt. süddt. österr. gekochte Eier s. (aus der Schale lösen) etw. läßt sich gut, leicht, schwer, schlecht s.; jmd. geht wie aus dem Ei geschält (ist sehr sorgfältig gekleidet) denkt euch den Mann wie aus dem Ei geschält François Letzte Reckenburgerin 84; /bildl./ geh. jmd., etw. schält sich aus etw. jmd., etw. tritt aus etw. hervor: aus einem schwarzen Vorhang, der die Bühne nach hinten abschloß, schälte sich plötzlich Belmonte Walser in: Erkundungen 252; Klar, wie blankgeputzt, schälte sich jeden Morgen der hohe Himmel aus dem Nebel O. M. Graf Bolwieser 184
b) umg. scherzh. jmd. schält sich aus etw. jmd. legt seine Kleidung, ein Kleidungsstück ab: er schälte sich aus den Sachen, dem Mantel;
c) die Haut schält sich die Haut löst sich in Schuppen, kleinen Fetzen ab: die Haut schält sich nach dem Sonnenbrand; jmd. schält sich: vom Sonnenbrand schält er sich am Rücken, Nacken, Arm; etw. schält sich: sein Gesicht, Rücken schält sich;
d) einen Baumstamm s. die Rinde vom Baumstamm ablösen: Kiefernstämme s.; ein geschälter Balken; ein Baum schält sich (stößt die alte Rinde ab) Jägerspr. Hirsche schälten junge Kiefern (rissen mit den Zähnen die Rinde ab)
II. Landw. ein Feld s. ein Feld flach pflügen: nach der Ernte des Getreides werden die Felder geräumt und geschält; Die Stare fliegen in Schwärmen über die geschälten Stoppeläcker Strittmatter Ochsenkutscher 280

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Zitationshilfe
„schälen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/schälen>, abgerufen am 23.09.2020.

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