Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

schänden

schänden, schändete, hat geschändet
1. jmdn., etw. entehren, jmdm., einer Sache Schande antun: Sie [die Faschisten] haben die Besten im Land, / Den deutschen Genius geschändet, / Vertrieben und verbrannt Weinert Rufe 308; Sie würden vor ein Kriegsgericht gestellt [wegen Feigheit vor dem Feind] und wären für ihr Leben geschändet Renn Krieg 90; Arbeit schändet … nicht, und jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert Fallada Wolf 1,119; jmds. Ehre s.; jmds. ehrlichen, guten Namen, jmds. Andenken s.; Brennt Narben ein den mageren Händen, / Ihr könnt, Ihr könnt den Leib nicht schänden Toller Schriften 68
2. eine Frau, ein Mädchen durch Gewalt oder List geschlechtlich mißbrauchen: Und die minderjährige Witwe / Deren Namen jeder weiß / wachte auf und war geschändet Brecht Mackie Messer; eine Leiche s. (geschlechtlich mißbrauchen oder entstellen, berauben)
3. etw. entweihen: e. Kirche, Tempel, Synagoge, Grab, Denkmal s.; Faschisten haben einen jüdischen Friedhof geschändet; sie schändete die Kunst! Sie gab vor, eine Sängerin zu sein, und war eine Dirne H. Mann Novellen 335
4. etw. schändet (verunstaltet, entstellt) etw.: e. Narbe, Muttermal schändet ihr Gesicht der Müllabladeplatz schändet den ganzen Ort; wer eine Rasenfläche von dem läppischen Humor tönerner Gnomen, Hasen und Pilze geschändet sieht Rathenau Kommende Dinge 92

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Zitationshilfe
„schänden“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/schänden>, abgerufen am 29.09.2020.

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