Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

schöpfen, Vb.

schöpfen /Vb./
1. mit einem Gefäß, einer Kelle, der hohlen Hand einen (kleinen) Teil Flüssigkeit aus einer größeren Menge Flüssigkeit herausholen, entnehmen: Wasser (mit einem Eimer) aus dem Brunnen, Bach, Kessel, der Wanne s.; er mußte das Wasser aus dem Boot s.; sie schöpfte die Suppe aus der Terrine in die Teller; Einer … schöpfte mit der Hand Wasser und schlürfte es Renn Krieg 76; /bildl./ Aus dem gemeinsamen Topf der Güterproduktion schöpfen alle Rathenau Briefe 1,368; /übertr./ der Dichter hat aus alten Quellen, seiner Phantasie geschöpft; er konnte aus seiner praktischen Erfahrung, geh. dem reichen Fundus seines Wissens s.; umg. sie kann aus dem vollen s. (hat alles so reichlich zur Verfügung, daß sie großzügig und ohne Einschränkung wirtschaften kann)
2. Atem, Luft s. (tief einatmen) er wollte frische Luft s. (ist ins Freie, an die frische Luft gegangen) /bildl./ jetzt können wir wieder Luft s. (jetzt haben wir wieder etw. mehr Zeit, jetzt hat sich unsere Lage verbessert)
3. /abgeblaßt in festen Verbindungen mit bestimmten Substantiven/ etw. bekommen: Hoffnung, frischen Mut, neue Kraft s.; Verdacht, Argwohn s.; aus etw. Trost s.;
4. fachspr. Papier s. Papierbrei mit einem Sieb aus der Bütte herausnehmen und auf die Form gießen: [das Papier in Bogenform] wurde geschöpft oder als Büttenpapier erzeugt Werkunterricht 1958
5. Jägerspr. Wasser zu sich nehmen, trinken /vom Haarwild/ der Hirsch schöpft
6. veralt. etw. (er)schaffen: Goethe hat viele neue Worte geschöpft;

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Zitationshilfe
„schöpfen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/schöpfen>, abgerufen am 21.09.2020.

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