Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

schürzen, Vb.

schürzen /Vb./
1. (lange, weite) Kleidungsstücke in die Höhe nehmen, hochziehen, um die Hüften zusammenraffend hochbinden: die Frau schürzte den Rock, ihr Kleid, hat sich /Dat./ den Kittel geschürzt; David schlüpfte in die Kutte und schürzte sie mit dem Strick Waggerl Jahr 131; sie ging barfuß mit geschürztem Rock durch den Fluß /übertr./ geh. die Lippen, den Mund s. die Lippen, den Mund kräuseln, in die Höhe ziehen: sie schürzte verächtlich, spöttisch, anerkennend, ein wenig die Lippen; der trotzig geschürzte Mund des jungen Burschen; Mit heimlicher Genugtuung sah ich, wie … ihre dünnen Lippen sich schürzten Federer Regina Lob 290
2. geh. einen Knoten s. einen Knoten knüpfen, binden: ich habe einen Knoten geschürzt; d. Faden, Schnur zu einem Knoten s. (schlingen) ; etw. schürzt sich zu einem Knoten: Sie strich mit beiden Händen ihr Haar entlang, von der Stirn nach dem Nacken, wo es sich zum Knoten schürzte A. Zweig Claudia 230; /übertr./ den dramatischen Knoten s. die dramatische Verwicklung, den Konflikt herbeiführen: der Autor hat den Knoten (der Handlung) geistreich geschürzt; die Ereignisse haben sich zu einem gefährlichen Knoten geschürzt;

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Zitationshilfe
„schürzen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/schürzen>, abgerufen am 19.09.2020.

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