Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

schaudern, Vb.

schaudern /Vb./
1. Schauder empfinden, bes. Grauen, Abscheu, Angst, Ehrfurcht: jmd. schaudert (vor jmdm., etw.); Sie schauderten, sie entsetzten sich G. Hauptm. 1,405 (Quint) d. Gefahr, Drohung, gräßliche Anblick machte ihn s.; schaudernd wandte sie sich von dem Toten ab; ein Schaudern erfaßt, ergreift, packt jmdn.; jmd. fühlt ein leises, tiefes, angstvolles, ehrfürchtiges Schaudern; jmdn., jmdm. schaudert (es): mich, mir schaudert (es) bei dem Gedanken; es schauderte ihn, als er in den Abgrund sah;
2. durch Kälte oder durch eine heftige Empfindung, bes. durch Grauen, Abscheu, Angst, Ehrfurcht, zittern, frösteln: jmd. schaudert (im kalten Wind); Er schaudert vor Angst … und jeder sieht, daß er krampfhaft den Versuch macht, sich zu beherrschen E. Claudius Grüne Oliven 18; schaudernd vor Müdigkeit saßen die Reisenden im Wartesaal; ihre Stimme hat geschaudert, sooft sie die Milchschwester erwähnte H. Mann 7,663 (Vollendung Henri Quatre) ; jmdn., jmdm. schaudert (es): ihn, ihm schauderte in seinem dünnen Mantel; es schauderte sie vor Ergriffenheit;

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Zitationshilfe
„schaudern“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/schaudern>, abgerufen am 11.08.2020.

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