Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

scheu, Adj.

scheu /Adj./
1. /von Menschen/ aus Furcht, Schüchternheit, Scham zurückhaltend, jmdn., etw. meidend: ein s. Mensch; ein s., verschlossenes Kind, Mädchen; ein s. Wesen haben; Nichts macht mich so verrückt wie ein scheues Weib Frisch Nun singen sie wieder V; ein s. (zaghafter) Blick, Kuß mit einer raschen, s. Bewegung über etw. hinstreichen; Ihm gefiel dieses Mädchen, das weder frech noch scheu war Seghers 3,214 (Rettung) ; sie trat s. und verlegen in sein Zimmer; jmdn. s. ansehen; sich s. (nach allen Seiten) umsehen; s. hinter sich blicken; s. sah sie zu dem Manne auf; sie war s. wie ein Reh /von Tieren/ die Nähe des Menschen ängstlich meidend, bei der geringsten Annäherung fliehend: ein s. Reh, Tier, Vogel; Gemsen sind besonders s.; Ein künstlich aufgezogener Fischotter wird sehr zahm … dagegen ist er in der Freiheit äußerst scheu Tageszeitung 1963
2. vor Schreck, Angst panikartig erregt, wild: /bes. von Pferden/ die Pferde wurden s.; der Mann versuchte das s. gewordene Pferd zu bändigen; Du machst die Pferde scheu! Fallada Wolf 2,275; /übertr./ umg. jmdm. die Pferde s. machen (jmdn. oder andere, zu denen der Sprecher in Beziehung steht, irremachen)

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Zitationshilfe
„scheu“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/scheu>, abgerufen am 11.08.2020.

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