Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

scheußlich, Adj.

scheußlich /Adj./
abwertend
1. abscheuerregend, abstoßend, häßlich
a) das ästhetische Empfinden verletzend: ein s. Anblick, Gestank, Geschmack; eine s. Vase, salopp Fratze⌝, Fotografie; ein s., kitschiges Gemälde; ein Meisterwerk mit einem s. Rahmen; ein Affe mit einem s. Hinterteil; der Sturz aus einem eingebildeten Paradies in die scheußlichste Gosse Kisch Marktplatz 243; etw., jmd. sieht s. aus, riecht s.; etw. klingt, schmeckt s.; eine s. (entstellende) Narbe s. Kleidung; eine s. (geschmacklose) Krawatte
b) moralisch abscheulich, verabscheuenswürdig, gemein, verwerflich: ein s. Kerl; ein s. Laster, Verbrechen, Verrat; eine s. Tat, Verleumdung; die Hinrichtung auf dem Marktplatz war ein s. Schauspiel; Wirklich scheußlich, die Frau in solch eine Lage zu bringen Baierl Flinz 2; salopp ein s. (großes) Unrecht sein Benehmen war einfach s. (sehr ungezogen, sehr schlecht)
2. umg. unangenehm, peinigend: ein s. Gedanke, Traum; s. (sehr schlechtes) Wetter eine s. (sehr schlimme) Erkältung; eine s. Atmosphäre von erzwungener Feierlichkeit; das s. Gefühl des schlechten Gewissens; sich in einer s. Lage befinden; ein s. Gefühl, wenn der Wagen ins Schleudern kommt; es war eine s. Zeit im Krankenhaus; Was ich Ihnen sagen möchte, ist mehr als unangenehm – geradezu scheußlich H. M. Rauchfuss Lämmer 292; Morgens, so gegen zehn oder elf Uhr, war sie scheußlich (unausstehlich) Böll Zug 165; /Adv./ salopp übertrieben sehr: das tut s. weh, ist s. unangenehm, langweilig; sich s. ärgern; s. frieren;

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Zitationshilfe
„scheußlich“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/scheußlich>, abgerufen am 29.09.2020.

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