Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

scheuen, Vb.

scheuen /Vb./
1. /von Menschen/ etw., jmdn. s. etw., jmdn. aus Ängstlichkeit, wegen möglicher Unannehmlichkeiten meiden, fürchten: Anstrengungen, Arbeit, Auseinandersetzungen, Mühsal, Strapazen s.; die Verantwortung s.; keine Kosten, Mühe, Opfer, Schwierigkeiten s.; eine halbe Stunde Umweg nicht s.; /sprichw./ das gebrannte Kind scheut das Feuer; die Augenbindehaut entzündet sich, und die Patienten scheuen das Licht Gesundheit 1967; Ich scheue die Menschen Eich Stimmen 34; Ich bin der Tod, ich scheu keinen Mann Hofmannsth. Jedermann 50; /bildl./ das Licht (des Tages, der Welt, der Sonne) s., nicht zu s. brauchen; /auch von Tieren/ der Igel scheut nicht die Begegnung mit stärkeren Feinden; sich s. Hemmung, Bedenken haben: sich s., etw. zu tun; ohne sich zu s., schaute sie sich um; sich vor etw., jmdm. s. vor etw., jmdm. zurückschrecken: sich vor keiner Arbeit, Aufgabe, vor niemandem s.; /von Tieren/ (vor dem Menschen) sofort fliehen, seine Gegenwart ängstlich meiden: Obwohl die Trappe kein Kulturflüchter ist, scheut sie vor jeder Beunruhigung Natur u. Heimat 1961
2. durch Angst, Schreck in panikartige Erregung geraten, wild, scheu werden: /bes. von Pferden/ das Pferd hat vor einem Auto, vor dem Licht der Scheinwerfer gescheut; Ein paar Gäule scheuten und gingen durch Bergengr. Rittmeisterin 221

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Zitationshilfe
„scheuen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/scheuen>, abgerufen am 11.08.2020.

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