schieben, schob, hat geschoben/ ist geschoben
1. etw., jmdn. durch Drücken von der Stelle wegbewegen, wegrücken oder vor sich her bewegen(hat)
a) eine Karre, den Kinderwagen, Kulissen, sein Fahrrad s.; bergauf mußten wir die Räder s.; der Sturm schob dunkle Wolken vor die Sonne; etw., jmdn. zur Seite, nach vorn, links, oben s.; einen Stoß Bücher und Hefte, eine Kiste auf ihren Platz, Herumstehende zur Seite s.; jmdn., etw. vor sich her, in einen Raum s.; jmdm. einen Ring an, auf den Finger s.; er las den Titel und schob das Buch wieder an seinen Platz; alles auf einen Haufen s.; die Güterwagen wurden auf ein anderes Gleis geschoben; er schiebt sich /Dat./ die Brille auf die Stirn, die Mütze auf ein Ohr, in den Nacken, ins Genick, die Haare aus der Stirn; Brot, Kuchen, eine Pfanne in den Ofen s.; ein (defektes) Fahrzeug durch Druck vor sich her bewegen: Das ist wohl eine Panne. Hoffentlich müssen wir nicht schieben Steinberg Uhren 374; etw. in, durch etw. s. etw. in etw. hinein-, durch etw. hindurchstecken: einen Brief in die Mappe, seine Hand in die Hosentasche s.; sich /Dat./ etw. in den Mund s.; Der magere Kellner schob argwöhnisch seinen Kopf durch die Schiebetür der Küche Lenz in: Erkundungen 244; Kegeln Kegel s. (kegeln) bei drei Würfen je sieben Kegel s. (umwerfen) /übertr./ etw., ein Problem auf ein anderes Gleis s. (in einen anderen Zusammenhang bringen) etw. auf ein totes, das tote Gleis s. (etw. nicht weiter bearbeiten) jmdn. auf ein totes, das tote Gleis s. (jmdm. die Möglichkeit, beruflich voranzukommen, nehmen) ein Ansinnen, den Gedanken an jmdn., etw. (weit) von sich, zur Seite s. (mit jmdm., etw. nichts zu tun haben wollen, nicht daran denken wollen) abwertend jmdn. in den Vordergrund, in eine leitende Stellung s. (jmdn. begünstigen) umg. etw. auf einen späteren Zeitpunkt verlegen, ver-, aufschieben, etw. verzögern: er schiebt alles Unangenehme immer auf den nächsten Tag; etw. auf die lange Bank s.; salopp eine ruhige Kugel s. (sich bei der Arbeit nicht anzustrengen brauchen) ; Kohldampf s. (Hunger haben) ; Posten, Wache s. (auf Wache stehen) ; jmdm. eine s. (jmdn. ohrfeigen) ; er hat drei Monate (Arrest, Knast) geschoben (im Gefängnis gesessen) ; sich s. sich langsam, mühsam, durch Drängen und Drücken, von der Stelle vorwärtsbewegen: sich durchs Gewühl s.; eine dicke Wolke schob sich vor die Sonne; der Eisbrecher schob sich langsam über die zugefrorene Bucht; vorsichtig schob sich ein Rettungswagen durch die wartende Menschenmenge; Sport sich an die Spitze, nach vorn s. (bei einem Rennen allmählich an die erste Stelle gelangen) /übertr./ sich in den Vordergrund s. (Aufmerksamkeit erregen wollen, um Vorteile, Beförderung zu erlangen)
b) etw. auf etw., jmdn. s. die Ursache für einen Mißstand einer Sache oder einem Menschen zur Last legen: daß er Kopfschmerz hatte, schob er auf die durchzechte Nacht; er schob alles auf sein Alter; die Schuld, den Verdacht auf einen anderen s.; umg. jmdm. etw., die Schuld in die Schuhe s. (jmdn. ohne Beweis, böswillig und in verleumderischer Absicht beschuldigen)
2. etw. Unerlaubtes, Gesetzwidriges tun(hat)
a) salopp etw. auf nicht ganz einwandfreie Weise bewerkstelligen, zustande bringen: das werden wir schon s.; eine faule Sache s.; das ganze Geschäft war eine einzige geschobene Sache; was glaubst du, was alles so geschoben und betrogen wurde; die kindliche Tour s. (sich zur Täuschung wie ein Kind benehmen)
b) salopp betrügerische Geldgeschäfte machen, bes. unter kap. Verhältnissen: Devisen s.; eine geschobene (vorgetäuschte) Pleite geschobene Schuldscheine; auf dritte und vierte Namen geschobene Wechsel;
c) umg. Schwarzhandel treiben: mit Kaffee, Waffen, Zigaretten, in Seife s.; durch Schieben ist er reich geworden;
3. salopp abwertend träge, in nachlässiger Haltung, mit auf dem Boden schleifenden Füßen gehen(ist:) durch den Saal s.; er hat nie gelernt, anständig zu gehen, er ist immer nur geschoben;

Weitere Informationen zum Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG) …