Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

schinden

schinden, schund/ landsch. schindete /Prät. ungebräuchl., / hat geschunden
1. abwertend jmdn. durch übermäßige Beanspruchung seiner Leistungsfähigkeit quälen: einen Gefangenen s.; der Unternehmer schindet seine Arbeiter; die Soldaten wurden früher beim Exerzieren gedrillt und geschunden; in den Kampfgebieten des Krieges hat sich ihm das Bild des geschundenen Menschen eingeprägt: als ein Objekt abstumpfenden physischen Drills und psychischer Entwürdigung Bild. Kunst 1957; das Vieh s.
2. umg. sich s. sich mit etw. sehr abplagen, -mühen: ich habe mich mit der Arbeit redlich s. (und plagen) müssen; er hat sich mit dem Gepäck, damit (sehr) s. müssen; ich habe mich (gerade, in meinem Leben) genug geschunden
3. salopp etw. nicht bezahlen: das Fahr-, Eintrittsgeld s.; /übertr./ Zeilen s. (viel und mit großen Zwischenräumen schreiben, um viele Zeilen nachweisen zu können) jmd. will (bei jmdm.) Eindruck s. (will vor jmdm. vorteilhaft wirken)

Im WDG stöbern

a b c d e f g h i j
k l m n o p q r s t
u v w x y z - ' & µ
Scharade schlauchen
Zitationshilfe
„schinden“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/schinden>, abgerufen am 29.10.2020.

Weitere Informationen zum Zitieren …


Weitere Informationen zum Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)