Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

schlüpfen

schlüpfen, schlüpfte, ist geschlüpft
1. sich gewandt und schnell gleitend (durch eine enge Öffnung) aus, in etw. bewegen
a) aus einem Loch, Versteck, aus dem Haus s.; er schlüpfte schnell, unauffällig, heimlich durch die Tür; die Eidechse, Maus schlüpfte durch die Mauerspalte; die Jungen schlüpften durch die Menschenmenge; das Kind schlüpfte hinter den Vorhang; rasch in das Haus, Zimmer s.; Darauf war sie wieder ins Bett geschlüpft G. Keller 6,531 (Verlor. Lachen) ; unter die Decke s.
b) sich aus dem Ei, der Puppe, Larve herauslösen, ausschlüpfen, auskriechen: das Küken ist aus dem Ei geschlüpft; der Schmetterling schlüpft aus der Larve; die Vögel sind kurze Zeit nach dem Schlüpfen flugfähig;
2. umg. in ein Kleidungsstück, in Schuhe s. ein Kleidungsstück, Schuhe schnell anziehen, überziehen: sie schlüpfte in ihren Mantel, ihr Kleid, war in die Pantoffeln, Strümpfe geschlüpft; aus einem Kleidungsstück, Schuh s. ein Kleidungsstück, einen Schuh schnell ausziehen: aus den Kleidern, Sachen, Schuhen s.; /übertr./ keiner kann aus seiner Haut, in die Haut eines anderen s. (keiner kann seine Eigenart völlig aufgeben, verleugnen)
3. /übertr./ umg. er versuchte, durch die Maschen des Gesetzes zu s. (die Unzulänglichkeiten des Gesetzes für sich auszunützen) jmd. schlüpft jmdm. durch die Finger jmd. entkommt jmdm.: die Verbrecher waren der Polizei durch die Finger geschlüpft; ein Wort schlüpft jmdm. über die Zunge, Lippen, von den Lippen ein Wort entfährt jmdm.: die anderen Namen … waren dem Kommissar wie von ungefähr und nebenbei von den Lippen geschlüpft A. Neumann Es waren ihrer sechs 46

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Zitationshilfe
„schlüpfen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/schlüpfen>, abgerufen am 22.09.2020.

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