Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

schleichen

schleichen, schlich, ist geschlichen/ hat geschlichen
leise, vorsichtig und möglichst unbemerkt gehen, sich fortbewegen(ist:) lautlos, langsam, heimlich, ängstlich s.; auf Zehenspitzen, auf leisen Sohlen s.; aus dem Hof, durch die Büsche s.; er schlich im Dunkeln nach Hause; sie sind über den Gang, um die Mauer geschlichen; der Dieb schlich zu seinem Versteck; wir krochen … schleichender, als die allerschönste Schlange das kann Traven General 133; sie hörten ein verdächtiges Schleichen; /bildl./ leichte Tritte s. über den Flur; die Zeit schleicht (vergeht sehr langsam) die Dämmerung schleicht in alle Winkel; die Grippe, die jetzt von Tür zu Tür schleicht St. Zweig Amok 66; /oft im Part. Präs./ schleichend langsam, fast unmerklich fortschreitend: ein schleichendes Fieber, Gift; eine schleichende Krankheit, Mißstimmung; die Tage vergingen schleichend langsam; eine schleichende Krise, Teuerung, Inflation; sich irgendwohin s. (hat:) sich an das Fenster, in das Zimmer, in jmds. Nähe s.; sich näher, geh. von dannen⌝ s.; das Kind schlich sich zur Mutter; /bildl./ Mißtrauen schlich sich in ihr Herz (ergriff es) Ihm selbst unerklärlich schlich sich eine lebenstolle, längst verlernte Leichtfertigkeit in sein Spiel U. Becher Männer 15; sich in jmds. Vertrauen s. (jmds. Vertrauen zu unlauteren Zwecken gewinnen)

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Zitationshilfe
„schleichen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/schleichen>, abgerufen am 25.09.2020.

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