Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

schmecken, Vb.

schmecken /Vb./
1. etw. schmeckt gut etw. hat einen guten Geschmack, wirkt angenehm auf den Geschmackssinn: etw. schmeckt (jmdm.) gut, schlecht; etw. schmeckt delikat, fad(e), schal, angebrannt, bitter, herb, süß, sauer, salzig; sich /Dat./ etw., es sich /Dat./ gut s. lassen; etw. schmeckt nach etw.: etw. schmeckt nach Fisch, Zwiebel; der Wein schmeckt nach dem Faß, Korken; Die Luft schmeckt nach Salz Weisenb. Mädchen 82; umg. etw. schmeckt nach nichts (schmeckt fade, ist ohne die nötige Würze) umg. scherzh. das schmeckt nach mehr (schmeckt so, daß man noch mehr davon essen möchte) /übertr./ diese Worte s. ihm bitter; umg. scherzh. die Beschäftigung schmeckt nach Arbeit; na, wie schmeckt die Arbeit, wie schmeckt die Schule nach den Ferien?
2. etw. schmeckt jmdm. etw. wirkt gut auf jmds. Geschmackssinn, mundet jmdm.: es schmeckt ihm (nicht); das, die Suppe schmeckt (nicht); es will mir heute nicht recht s.; es sich s. lassen; laß es dir s.!; /übertr./ umg. etw. gefällt jmdm., sagt jmdm. zu: schmeckt nach dem Urlaub die Arbeit wieder?; diese Aufgabe schmeckt mir nicht; Das schmeckt Ihnen wohl nicht, was ich sage? Uhse Patrioten 1,52
3. etw. mit dem Geschmackssinn wahrnehmen: man schmeckt nur Salz, Pfeffer, Knoblauch; das ranzige Fett im Kuchen ist (ganz) deutlich zu s.; ich schmecke nichts, kann nichts s.; etw. kosten, den Geschmack von etw. prüfen: Er schmeckte ihn [den Rotwein] kennerisch mit der Zunge Brecht Cäsar 45; hier bereitete er das Mahl … rührte, schmeckte, klopfte, würzte Koeppen Tod 37; /übertr./ geh. etw. spüren, empfinden: Hunger, Gefangenschaft s. (müssen); Wohl hatte auch er, Pierre, jeden Ruhm schmecken dürfen, den die Welt zu vergeben hatte Feuchtw. Füchse 780; Unannehmlichkeiten, Prügel zu s. bekommen; den unartigen [Kindern] gibt er [Knecht Ruprecht] die Rute zu schmecken Frau v. heute 1953
4. süddt. österr. schweiz. (etw.) riechen
a) den Geruch von etw. wahrnehmen: schmeck, wie es nach Milch riecht Brecht Kaukas. Kreidekreis 3; /übertr./ salopp jmdn. nicht s. (nicht ausstehen) können den Braten s. (merken, was los ist)
b) einen Geruch verbreiten: Hier war alles hell, und es schmeckte nach frischer Luft Doderer Lederbeutelchen 40

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Zitationshilfe
„schmecken“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/schmecken>, abgerufen am 22.09.2020.

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