Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

schmettern

schmettern, schmetterte, hat geschmettert/ ist geschmettert
1. salopp etw., jmdn. irgendwohin s. etw., jmdn. mit Wucht irgendwohin werfen(hat:) etw. an die Erde, gegen die Wand s.; [der Vater] vergriff sich an einer unschuldigen Vase, die er mit wildem Schwung zu Boden schmetterte Becher 4,202 (Abschied) ; Der Luftdruck hatte einen Türflügel aus den Angeln gehoben und in den Flur geschmettert Werfel Musa Dagh 440; etw. irgendwohin wuchtig schlagen: Ein riesenhafter Kerl schmetterte ihm seine Faust auf den Kopf Bredel Väter 420; die Tür ins Schloß s. (laut zuschlagen) Tennis einen Ball s. (von oben nach unten ins gegnerische Feld mit aller Kraft schlagen) etw. schmettert irgendwohin etw. schlägt wuchtig, krachend irgendwohin(ist:) die Tür schmettert ins Schloß; Über sie und mich … schmetterten die Teller und Tassen St. Zweig Ungeduld 252; etw. schmettert etw. kracht laut beim Aufprall(hat:) Da tobte ein besonders schweres Wetter mit flammenden Blitzen und schmetternden Einschlägen Hartung Wunderkinder 11
2. hell, laut und durchdringend tönen(hat:) d. Trompeten, Fanfaren s.; Die Blechmusikkapelle des Turnvereins schmetterte, daß es über den Altmarkt hallte U. Becher Männer 69; Der Musikautomat hörte auf zu schmettern J. Roth Radetzkymarsch 119; der schmetternde Klang eines Waldhorns; etw. laut und durchdringend tönen lassen: Hergenröther schmetterte seine Befehle mit fast schneidender Schärfe über den Exerzierplatz Zuchardt Spießrutenlauf 149; umg. laut und durchdringend singen: beim Wandern schmetterten sie aus voller Kehle;

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Zitationshilfe
„schmettern“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/schmettern>, abgerufen am 06.08.2020.

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