Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

schmieren, Vb.

schmieren /Vb./
1. etw. Weiches, bes. Fettiges, auf etw. streichen: Butter, Marmelade auf die Schnitte, auf eine Scheibe Brot s.; schmier (die Butter) nicht so dick!; Salbe auf eine Wunde, Lehm in die Fugen s. /bildl./ salopp jmdm. etw. aufs Butterbrot s. jmdm. etw. vorwerfen: das brauchst du mir nicht (jedesmal) aufs Butterbrot zu s.; jmdm. Honig um den Mund, Bart, salopp derb ums Maul s. (jmdm. geschickt schmeicheln) etw. mit etw. bestreichen: e. Schrippe, Schnitte (mit Butter, Honig) s.;
2. etw. einfetten, ölen: d. Maschine, Motor, Tretlager eines Fahrrades, Achsen des Wagens (mit Öl) s. /bildl./ salopp scherzh. sich /Dat./ d. Gurgel, Kehle s. (trinken) salopp etw. geht wie geschmiert etw. verläuft schnell, gut, ohne zu stocken: das (das Gelernte) geht ja wie geschmiert etw. wie geschmiert hersagen; ihr Mundwerk geht wie geschmiert; damit, jetzt geht die Arbeit wie geschmiert; die Aktion läuft wie geschmiert; salopp abwertend jmdn. s., jmdm. die Hände s. jmdn. bestechen: Unter uns gesagt: wir haben den Aufseher Müller noch einmal geschmiert Seghers Ausflug 175
3. salopp (etw.) unsauber, nachlässig schreiben: der Schüler hat auf diesem Zettel, in seinem Schreibheft entsetzlich geschmiert; er hat die Klassenarbeit sehr geschmiert, hat den Aufsatz ins Heft geschmiert; die Kinder haben allerlei an die Wand geschmiert; d. Zahlen, Wörter sind ausgesprochen geschmiert;
4. etw. schmiert etw. schreibt, malt unsauber, schlecht: dieser Füller, Kugelschreiber, Zeichenstift schmiert; d. Farbe, Tinte schmiert (ist dickflüssig, unrein) umg. jmd. schmiert (jmd. spielt unsauber auf einem Instrument)
5. salopp abwertend bes. publizistische Erzeugnisse leichtfertig, verantwortungslos schreiben, verfassen: er hat viele Seiten über dieses Thema, unzählige Zeitungsartikel geschmiert; Die Zeitungshelden müssen ja etwas über die Zurückeroberung der Stadt Soundso zu schmieren haben Marchwitza Jugend 403; minderwertige Dichtung verfassen: Tragödien schmierte er diverse / und Epen vollends dutzendweis A. Holz Buch d. Zeit 109
6. salopp jmdm. eine s. jmdm. eine Ohrfeige geben: du kriegst gleich eine geschmiert;

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Zitationshilfe
„schmieren“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/schmieren>, abgerufen am 22.09.2020.

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