Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

schnüren, Vb.

schnüren /Vb./
1. etw. mit einem Strick, einer Schnur fest zusammenbinden: ein Paket, die Schuhe s.; alte Zeitungen zu Bündeln, Ballen s.; umg. sein Bündel s. (seine Sachen zusammenpacken, um aufzubrechen, davonzugehen) Heute wollen wir das Ränzlein schnüren Volksl.; /bildl./ umg. den Riemen enger s. (hungern, sich einschränken) veralt. sich die Taille s. dem Körper mit einem Schnürmieder, Korsett eine schlanke Form geben: heute schnürt man sich nicht mehr; Sie war gut geschnürt, ihre Schultern und Brüste waren hoch und fest Böll Zug 165; eine streng geschnürte Taille; Aufklärung über die schädlichen Folgen des Schnürens;
2. etw. schnürt jmdn. etw. ist so fest um jmdn. gebunden, daß es schmerzhaft ins Fleisch schneidet: ein schnürender Verband; er löst die Ketten, die ihn drücken, und die Stricke, die ihn schnüren Waggerl Jahr 15; /bildl./ Angst, Ärger, Ekel, Mitleid schnürt ihm die Kehle, das Herz, den Atem
3. Jägerspr. die Tritte beim Gehen in gerader Linie hintereinander setzen: d. Fuchs, Katze schnürt am Waldessaum entlang und über das freie Feld; /übertr./ sich in gerader Linie fortbewegen: Enten, die über uns durch den Himmel schnürten S. Lenz Brot 153

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Zitationshilfe
„schnüren“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/schnüren>, abgerufen am 10.08.2020.

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