Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

schnauben

schnauben, schnaubte/ geh. schnob, hat geschnaubt/ geh. geschnoben
1. den Atem heftig durch die Nase einziehen und ausstoßen: die Pferde jagen schnaubend auf den Fluß zu; die starken, feurigen Rosse schnoben; der Hengst schnaubte ungeduldig; er war während des Essens noch röter geworden und schnob vernehmlich; vor Zorn, Wut s.; man wußte nicht, ob er vor Bewunderung, vor Neid oder vor Ärger schnaubte; Mein Fritz schnaubte: Lest doch mal sein Buch … Marchwitza Unter uns 98; Alberne Gänse! schnob er Spoerl Feuerzangenbowle 106; /bildl./ der Zug hielt schnaubend; die Lokomotive dampfte und schnob; Von allen Seiten schnob der Wind über die ungeschützte Fläche Viebig Schlafendes Heer 149; /übertr./ jmd. schnaubt Wut jmd. ist sehr wütend: er schnob unversöhnliche Rache; Da stürzet die raubende Rotte … / Den Pfad ihm sperrend, und schnaubet Mord Schiller Bürgschaft
2. /schnaubte, hat geschnaubt/ bes. norddt. sich s., sich /Dat./ die Nase s. sich die Nase putzen: ich habe mir die Nase geschnaubt; ich habe mich geschnaubt; Husten, Räuspern, Schnauben … sind fast immer ein Beweis dafür, daß die Zuhörer nicht mitgehen, wie es in der Theatersprache heißt Winterstein Leben 1,124

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Zitationshilfe
„schnauben“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/schnauben>, abgerufen am 27.09.2020.

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