Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

schreien

schreien, schrie, hat geschrie(e)n
/vgl. schreiend /
1. einen Schrei, mehrere Schreie ausstoßen, sehr laut rufen, brüllen: laut, gellend, schrill, durchdringend, markerschütternd, kläglich, mörderisch, wütend s.; aus vollem Halse (ganz laut), mit aller Kraft, in den höchsten Tönen s. das Kind schrie die ganze Nacht hindurch, umg. schreit einem die Ohren voll⌝; wir hörten ein entsetzliches, qualvolles Schreien; vor Angst, Schmerz, Qual s.; d. Affen, Katzen, Krähen s.; das Käuzchen, eine Eule schreit; die Möwen flogen schreiend (kreischend) hinter dem Schiff her wie ein Tier, Berserker s.; umg. er schreit wie am Spieß, als ob er am Spieß stäke; das Vieh schreit nach Futter, Wasser; /übertr./ etw. schreit zum Himmel etw. ist empörend, fordert Sühne: dieser Skandal schreit zum Himmel; umg. spött. das ist (ja) zum Schreien (komisch)!; ihr neuer Hut ist zum Schreien (urkomisch)
2. etw. ungehemmt in größtmöglicher Lautstärke (aus)rufen: er schrie seinen Schmerz, seine Verachtung dem andern ins Gesicht; schrei nicht so, ich bin nicht taub (sprich leiser) Ich hasse dich! schrie sie; ach und weh s. (klagen und jammern) Zetermordio, Zeter und Mord(io) s. (laut zetern, um Hilfe rufen) die Marseillaise wurde gespielt und Hurra geschrien Renn Krieg 406; (nach, um) Hilfe s. /übertr./ nach etw., jmdm. s. etw., jmdn. heftig verlangen, fordern: nach Rache, Vergeltung s.; ihr Herz schrie nach ihrem Mann, den Kindern;

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Zitationshilfe
„schreien“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/schreien>, abgerufen am 12.08.2020.

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