Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

schwül, Adj.

schwül /Adj./
1. unangenehm warm oder heiß bei einem hohen Feuchtigkeitsgehalt der Luft, drückend: s. Wetter; an einem s. Sommertag; die s. Stille vor dem Gewitter; d. Luft, Nacht war s.; es war trübe und s.; stickig, beklemmend: Die schwüle Hitze im Polizeipräsidium Alexanderplatz konnte einen umwerfen Fallada Wolf 1,115; betäubend, beklemmend: der s. Duft des Jasmins /übertr./ er sprach mit s. Pathos, Überschwenglichkeit
2. von Sinnlichkeit, sexueller Erregung erfüllt: ein s. Blick; s. Zweideutigkeiten, Träume, Vorstellungen; O Dietrich! rief sie und drückte sich fester an ihn; es ward ihm schwül G. Keller 6,240 (Kammacher) ; sinnlich erregend, sexuelle Erregung hervorrufend: die s. Beleuchtung, Musik in der halbdunklen Bar;
3. beängstigend, beklommen, spannungsgeladen: im überfüllten Saal herrschte eine s. Atmosphäre, Stimmung; umg. jmdm. wird s. (zumute) jmdm. wird ängstlich zumute: ihm wird (ganz) s., wenn er an das bevorstehende Examen denkt; ihm wurde immer schwüler und unbehaglicher zumute;

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Zitationshilfe
„schwül“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/schwül>, abgerufen am 19.09.2020.

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