schwarz, schwärzer, am schwärzesten /Adj./
1. von völlig dunkler Färbung, (nahezu) alle Lichtstrahlen absorbierend, kein Licht reflektierend, Ggs. weiß: s. wie Kohle, Pech, Ruß; ein s. Anzug, Hut, Kleid, Schleier; ein s. Pferd, Rabe, Schwein, Vogel; eine s. Katze, Perle; s. Gestein, Samt, Schuhe, Seide, Strümpfe; er hat s. Haar, einen ganz s. Bart; er trug zum Zeichen seiner Trauer einen s. Flor; sie schrieb mit weißer Kreide auf der s. Tafel; das Schwarze Brett; s. Diamanten (Steinkohlen) s. Gold (Kohle) s. Kleidung (Trauer- oder Festkleidung) Geogr. das Schwarze Meer; Kartenspiel Schwarzer Peter (Spiel, bei dem der Verlierer mit Ruß bemalt wird) der Schwarze Peter (Spielkarte, auf der eine geschwärzte menschliche Figur abgebildet ist) ein Brief mit s. Rand (Trauerbrief) umg. unser Schwarzer (Rappe) ist das beste Rennpferd weit und breit bei der Premiere trug sie ihr Schwarzes (schwarzes Kleid) Ist dieses Kleine, diese Schwarze (Schwarzhaarige) immer noch dort Seghers 3,80 (Rettung) ; die Schwarzen /diffamierende Bez. für dunkelhäutige Menschen/ ; der Kamin war s. vom Ruß; etw. s. anstreichen; eine s. und weiß gestreifte Bluse, Hose; ein s. gerahmtes Bild; in seiner altmodischen, schwarz in schwarz geblümten Phantasieweste U. Becher Männer 149; umg. etw. s. auf weiß (geschrieben, gedruckt) besitzen, haben das kann ich dir s. auf weiß zeigen; Denn was man schwarz auf weiß besitzt, / Kann man getrost nach Hause tragen Goethe Faust I 1966; s. gehen, tragen (schwarze Kleidung, meist zum Zeichen der Trauer oder aus festlichem Anlaß, tragen) sich s. kleiden; er spielt Schwarz (spielt mit den schwarzen Figuren beim Dame-, Mühle- oder Schachspiel) s. ist die Farbe der Trauer und des Todes; die Farbe Schwarz; ein glänzendes, mattes, samtenes, tiefes Schwarz; e. Dame, Herr in Schwarz (in schwarzer Kleidung) /in bildl. Wendungen/ umg. das s. Schaf in einer Gemeinschaft (jmd., dem wegen seiner von der herrschenden Norm abweichenden Lebensweise oder Anschauungen die übrigen Mitglieder einer Gemeinschaft negativ gegenüberstehen) die Straßen und Plätze waren s. von Menschen (auf den Straßen und Plätzen waren sehr viele Menschen) jmdm. wird (es) s. vor (den) Augen (jmdm. wird übel, er wird ohnmächtig) umg. sein Hals, der Kragen seines Hemdes war s. (schmutzig) jmdm. den Schwarzen Peter (die Schuld) zuschieben ins Schwarze treffen das Entscheidende, Wesentliche, Richtige äußern: seine Kritik hat ins Schwarze getroffen; /übertr./ salopp sich s. (sehr) ärgern da kannst du warten, bis du s. wirst (da wartest du auf etw., das nie eintreten wird) jmdm. nicht das Schwarze unter dem Nagel (nichts) gönnen, geben Skat s. sein (keinen einzigen Stich bekommen haben) s. ansagen (ankündigen, daß der Gegner keinen Stich bekommen wird) s. werden
2. besonders dunkelfarbig, fast 1
a) s. Augen, Brot, Pfeffer, Tee; s. Kaffee (Kaffee ohne Milch oder Sahne) s. (tief dunkelrote) Kirschen s. Ringe um die Augen haben; s. Wolken (dunkel aussehende Regenwolken) der Mißhandelte hatte am ganzen Körper s. unterlaufene Stellen; nach dem Urlaub waren wir alle s. (tief dunkelbraun) gebrannt /bildl./ s. Wolken ziehen am Horizont herauf (die Lage wird bedrohlich)
b) lichtlos, lichtarm: s. wie die Nacht; es war eine s., sternlose Nacht; s. Finsternis;
3. schlecht, schlimm
a) unheilvoll, Unglück befürchtend, düster: von s. Ahnungen, Gedanken, Vorstellungen bestürmt, geplagt werden; s. (schwermütigen) Gedanken nachhängen umg. etw., alles s. in s. (sehr pessimistisch) sehen, darstellen, schildern etw. s. malen (sehr ungünstig darstellen, schildern) das schwarze (unheilkündende) Krächzen viel Hunderter Raben J. Roth Radetzkymarsch 371
b) unglücklich, unheilbringend: ein s. Brief, Tag; Es war ein schwarzer Freitag Bachm. Dreißigstes Jahr 108 in der schwärzesten Zeit deutscher Geschichte [in der Zeit des Faschismus] Dt. Literaturzeitg. 1959
c) böse, boshaft, niederträchtig: ein s. Plan, Vorhaben; s. Gedanken; äußerlich bist du glatt und geleckt, ja, aber innerlich, mein gutes Kind, da bist du schwarz Th. Mann 1,14 (Buddenbr.) aus s. weiß machen (Böses zu Gutem umfälschen) die Schwarze Kunst (Zauberei, Magie; scherzh. Buchdruckerkunst) ; die s. Magie (Beschwörung böser Geister) umg. die s. Liste (geheim gehaltenes Verzeichnis mißliebiger Personen und Bücher, das von der Bourgeoisie als Mittel im Klassenkampf gegen die Arbeiterklasse verwendet wird) der s. Mann /Kinderschreck/ ; umg. s. angeschrieben sein (als gefährlich, schädlich gelten)
d) /drückt eine Verstärkung aus/ sehr groß, absolut: s. Hoffnungslosigkeit, Undank, Unheil; an diesem Tage unserer schwärzesten Schmach Victor Schriften 3,18; In den fünfziger Jahren [des vorigen Jahrhunderts], das heißt in den Jahren der schwärzesten Reaktion Bebel Aus meinem Leben 63
4. ungesetzlich, verboten, heimlich: etw. s. kaufen, verkaufen; mit etw. s. handeln; s. Geschäfte machen; eine s. Kasse führen; der s. Markt (illegaler Handel mit Mangelwaren zu Überpreisen) ohne Genehmigung: s. bauen; s. über die Grenze gehen, kommen

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