Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

schwindeln, Vb.

1schwindeln /Vb./
umg. die Unwahrheit sagen, lügen, betrügen, oft nur in kleinen, harmlosen Dingen: du schwindelst ja!; er schwindelte, daß sich die Balken bogen; daß die Kleine voll Genuß schwindelte, ohne Not, aus reiner Freude am Schminken des Lebens A. Zweig Regenbogen 98; wehe, wenn du wieder geschwindelt hast!; sich, jmdn., etw. mit Lüge oder Betrug durchbringen: jmd. schwindelt sich aus jeder Schwierigkeit, durch das Leben; Er schwindelte ihn auf die Liste der ersten Heimkehrer H. Kant Aula 274; er wurde gefaßt, als er versuchte, einen Koffer durch die Zollkontrolle zu s.;

WDG, 5. Band, 1976

schwindeln, Vb.

2schwindeln /Vb./
jmdm., jmdn. schwindelt (es) jmd. wird von Schwindelgefühl befallen, fühlt sich taumelig: mir, mich schwindelt; ihm, ihn schwindelte es, als er vom Turm in die Tiefe sah; dem Kranken schwindelte vor Schmerz, Schwäche; d. Tempo, Hitze, Hunger läßt jmdn. s.; d. Schreck, Gefahr, Erfolg, Glück macht jmdn. s.; Die Landstraße, die den Berg hinauflief, machte mich plötzlich schwindeln, sie drehte sich vor meinen Augen Böll Zug 37; ihm hat der Kopf geschwindelt; /oft im Part. Präs./ schwindelnd Schwindelgefühl hervorrufend, schwindelerregend: die schwindelnde Höhe eines Wolkenkratzers; die schwindelnde Tiefe eines Abgrunds; er arbeitet in schwindelnder Höhe; in schwindelnder Fahrt ging es bergab; sie drehten sich in schwindelndem Tanz; eine schwindelnd hohe Felsenwand; eine schwindelnde Hoffnung erfüllte ihn

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Zitationshilfe
„schwindeln“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/schwindeln>, abgerufen am 25.09.2020.

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